Kolumnen zu folgendem Giuseppe Verdi

Ljubljana/Laibach: Nur musikalisch lodern glutvoll die Flammen...

Helmut Christian Mayer

Einem Bonmot von Enrico Caruso zufolge wäre „Il Trovatore“ ganz leicht zu besetzen, man bräuchte dafür nur die vier besten Sänger der Welt. Vielleicht doch etwas sehr hoch gegriffen, aber unbestritten ist, dass die Partitur von Giuseppe Verdi enorme Anforderungen an die Hauptpartien stellt, für die es nicht leicht ist, adäquate Besetzungen zu finden. Dem Laibacher Opernhaus ist dieses Kunststück bei der Neuproduktion dieses Meisterwerks...


Regiekonzept der Transformation ins Heute verfehlt die „Tinta“...

Ralf Siepmann

Simone Boccanegra Giuseppe Verdi Besuch am 19. März 2023 Premiere 28. Januar 2023 Aalto Musiktheater Essen Regiekonzept der Transformation ins Heute verfehlt die „Tinta“ des immer noch unterschätzten Werks Zwei Jahre nach La Traviata, der Krone in der Trias der Erfolgsopern in der mittleren Phase Giuseppe Verdis, bringt der Komponist mit Simone Boccanegra im März 1857 eine neue italienische Oper heraus. Nicht ganz unerwartet reagiert das...


In der psychiatrischen Klinik: Die von Glyndebourne inspiriert...

Ralf Siepmann

Luisa Miller Giuseppe Verdi Besuch am 4. März 2023 Premiere Oper Köln Staatenhaus In der psychiatrischen Klinik: Die von Glyndebourne inspirierte Regie fokussiert radikal auf die Intimität der Tragödie Luisa Miller, demMelodramma tragico, bleibt der Erfolg vorenthalten, den Guiseppe Verdi mit seinem zwei Jahre zuvor in Florenz uraufgeführten Macbeth erreicht. Das in der Blütezeit der italienischen Oper durch neue Werke in Serie verwöhnte...


Deutsche Oper Berlin: Die Einsamkeit der Mächtigen

Achim Dombrowski

Deutsche Oper Berlin   Simon Boccanegra Musik von Giuseppe Verdi   Premiere am 19. Januar 2023 Simon Boccanegra gehört zu denjenigen Werken der Opernliteratur, deren Handlung selbst der größte Liebhaber des Genres schon am nächsten Tag nicht mehr im Detail wiedergeben kann. So unwahrscheinlich, geradezu grotesk sind die Aktionen der Personen und Zufälle, dass überdies niemand an den Handlungslauf wirklich glauben...


Verdis „Macbeth“ in Triest: Eine machtgierige Lady zum Fürchten

Helmut Christian Mayer

Grau und düster ist die Kulisse mit den länglichen, von oben herabhängenden Stoffbahnen, auf die immer wieder Mauern, Blitze oder Totenköpfe projiziert werden. Grau und düster sind auch die lumpenartigen Kostüme der Hexen, die unkenntlich maskiert von Anfang an die Bühne bevölkern. Sie schweben von Seilen herunter, räumen Leichen weg oder schwingen abgeschlagene, menschliche Körperteile herum: So drastisch zeigt sich Giuseppe Verdis Oper...


Linz: Verdis „La forza del destino“ als packend verdichtetes P...

Helmut Christian Mayer

"Padre Eterno, Signor, pietà di noi“: Lichtvolle, sanfte Kantilenen steigen gegen Himmel. Es ist ein wunderbarer Sehnsuchtschor, eigentlich aus dem 2. Akt, der Gott um Hilfe bittet, mit dem Giuseppe Verdis „La forza del destino“ in Linz überraschend und fast erlösungsartig endet. Umstellungen und Kürzungen an Opern sind nicht nur heutzutage geübte Praxis. So wurde auch diese Oper schon zu Zeiten des Komponisten bis in die Gegenwart immer...