Wiener Volksopernsaison 20/21

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„Während ich dieses Programm 20/21 veröffentliche, wissen wir immer noch nicht, wie die Zukunft am Theater aussehen wird. Aber wir lassen uns nicht entmutigen. Wir sind fest entschlossen, zum ehestmöglichen Zeitpunkt das Haus wieder zu öffnen“, so der Wiener Volksoperndirektor Robert Meyer. Müsste er die neue Saison unter ein Motto stellen, so würde dieses wohl lauten: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Für ihn ist es fast beängstigend, es zeugt aber von der dauernden Gültigkeit großer Bühnenwerke, wie der Reigen der zehn Premieren Antworten auf die gegenwärtige Krisensituation gibt, ohne dass diese zum Zeitpunkt der Planungen voraussehbar war.

„Dort irgendwo draußen wartet die Welt …“, so träumt das Mädchen Charity Hope Valentine in dem Musical „Sweet Charity“ von Cy Coleman, in deren Namen sich Mitgefühl, Hoffnung und Liebe vereinen,der ersten Premiere der neuen Saison am 13. September 2020. Pamina und Tamino stellen sich in Wolfgang Amadeus MozartsDie Zauberflöte“gemeinsam allen Prüfungen. Die Premiere von diesem populären Meisterwerk ist am 17. Oktober 2020 vorgesehen. in Giuseppe Verdis Oper unterliegen die Personen hingegen in besonders tragischer Weise der „Macht des Schicksals“. Dieses Bühnenwerk wird konzertant in Franz Werfels deutscher Nachdichtung ab 7. November präsentiert. Kaum eine Gabe ist in schwierigen Zeiten wichtiger als der Humor – und der wird in Franz von Suppés Operette „Der Teufel auf Erden“ ab 5. Dezember 2020) großgeschrieben. Stephen Sondheims Musical „Into the Woods“ (ab 13. März 2021) erzählt von Mut und Zusammenhalt in der Grenzsituation des gefahrenreichen, dunklen Waldes, von Urängsten, verkörpert in Hexen und Riesen.Das Thema von Benjamin Brittens Oper „Tod in Venedig“ (ab 17. April 2021), das (Über)Leben in Zeiten einer Cholera-Epidemie, muss nicht weiter auf Aktualität untersucht werden. Für Letzteres, eine Koproduktion mit dem Royal Opera House London zeichnet kein Geringerer als David McVicar für die Regie verantwortlich. Und dann ist noch die österreichische Erstaufführung im Kasino am Schwarzenbergplatz, der kleineren Außenstelle der Volksoper von Detlev Glanert „Leyla und Medjnun“ geplant.

Auch das Staatsballett, ab sofort unter der Leitung von Martin Schläpfer, präsentiert drei große Premieren an der Volksoper Wien, von denen Meyer nur eine herausgreifen möchte: „In Johannes Brahms’ ‚Ein Deutsches Requiem‘ singt die Solistin Worte, die uns Mut geben: ‚Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“

Weiters gibt es zahlreiche Wiederaufnahmen: Im Opernbereich Giacomo Puccinis „Turandot“ (ab 14.Februar 2021) sowie Giuseppe Verdis „Rigoletto“ (8. Juni 2021). Bei der Operette werden gleich zwei Meisterwerke von Franz Lehár wiederaufgenommen: „Die Lustige Witwe (16. September 2020) und „Das Land des Lächelns“ (21. März 2021), beim Musical Cole Porters „Kiss me Kate“ (2. September 2020).Zusätzlich verfügt die Wiener Volksoper über ein Repertoire von 22 musikalischen Werken, inklusive zweier Ballette, die auch alle zu Aufführung gelangen werden.

Dr. Helmut Christian Mayer

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