Macbeth - Viel Blut, Schlachten und Hexen nur die Sänger sorgen für Spannung

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Giuseppe Verdi Macbeth Ungarische Staatsoper 6.6.2026

Macbeth - Viel Blut, Schlachten und Hexen nur die Sänger sorgen für Spannung

Die ungarische Staatsoper lockt derzeit zu Giuseppe Verdis Macbeth mit Top Starbesetzung. in der Wiederaufnahme der Regiearbeit von Matthew Dick aus 2025, Der Südafrikaner folgt ohne Zweifel der Musik und dem Libretto, zumeist zuviel des Guten in jeweils plakativen technisch schlecht produzierten s/w Videos oder eingeblendeten wenig hilfreichen Sprüchen in den Lichtpausen. Schlecht ist die Kameraführung auf der Bühne, die die Akteure in unvorteilhafter Grossaufnahme ohne Mehrwert  projeziert. Auch dies nicht wirklich Neues. Dafür fließt kräftig Blut, wird ausgiebig gemordet und um Macht gekämpft.

Die drei weisssagenden Hexen lässt Dick sehr platzeinnehmend agieren. Dazu steckt er sie ( zwei Männer und eine Frau) unappetitlich in schräge billige Spitzenkleider, zerwühlte Perücken und spastische Bewegungen. Das Bühnenbild von Sebastian Hannak wird von einer schrägen Treppe über die gesamte Breite der Bühne dominiert. Unterschiedlich ausgeleuchtet ist sie Handlungsort oder Platz der reflektierten Handlung im Hintergrund.

Die Kostüme von Heide Kastler sind geprägt von schottischen Plaids, viel Karos in allen Farben, die Clans abbildend. Anhand der Maschinengewehre und Kinderspielzeuge verninmt man das Geschehen in der Jetztzeit. Videos und Plakate vermitteln ähnliches.

Gesungen wird meist statistisch an der Rampe aus dem Graben donnern Kraft und martialische Klänge. Martin Ranja lässt an Lautstärke wenig anbrennen. Wuchtig sind seine zackigen Forte, militärisch und exakt geschlagen. Für die Sänger nimmt sich der junge Dirigent zurück, der am Vortag als neuer künstlerischer Leiter der Wagner Tage am Musikpalast in Budapest präsentiert wurde.

So bleibt der überwältigende Erfolg des Abends den in bester Form und Qualität auftretenden Sängern und Sängerinnen geschuldet, die sich gegenseitig und miteinander zu Höchstleistungen animieren. Allen voran wieder einmal die russische Starsopranistin Anna Netrebko. Die Lady Macbeth zählt zu ihren großen Rollen und immer wieder scheint sie sich in der Interpretation der Rolle zu übertreffen und neue Details herauszuarbeiten. Dazu kommt ihr die Tiefe der Rolle mit ihrer mehr und mehr abgedunkelten nach unten klarer und präsenteren Stimme entgegen. Locker bleibt sie in den Koloratuen, die sie genussvoll auskleidet. Im Spiel vermittelt sie ihr schauspielerisches Talent und kleidet die Rolle der machthungrigen rücksichtslosen Ehefrau lebendig aus. Kariert mit blonder Perücke oder als Cleopatra Verschnitt mit weisser Perücke und rotem Pallettenkleid, trotz unvorteilhafter Ausstattung weiß sie immer wieder Grandezza zu wahren und sich in der Rolle einzufügen.

Mihaly Kalmandy ist ein stattlicher wirkungsvoller Tittelheld. Sein Macbeth ist Herrscher und Geisterkranker in dramatischem Wechsel. Kräftig schmettert er seine Arien, bildet im Duett einen passenden Partner zu seiner Gattin. Als Banquo gefällt Sandor Kopeczi mit seinem warmen vollen Bass, der in der Tiefe locker und weich strömt. Hier berühren Emotionen. Bartos Barna ist ein strotzender Malcolm, der mit strahlendem Tenor als siegreicher Streiter überzeugt. Szabolcs Bricker rundet als solider Macduff das Ensemble ab, wie auch die gut besetzten Nebenrolle.

Mächtig präsent und bestens vorbereitet zeigt sich der Chor der ungarischen Staatsoper, der sich kraftvoll strotzend dem stürmischen Angriffen aus dem Graben widersetzt.

Großer Jubel im Publikum.

Dr. Helmut Pitsch

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