Kolumnen zu folgendem Wolfgang Koch

Paul Hindemiths Oper „Mathis der Maler“ als überwältigende his...

Helmut Christian Mayer

Düsternis beherrscht die Szene. Nebelschwaden fegen über die Bühne. Diffuses erklingt aus dem Graben. Dann ein strahlender Dur-Akkord im Forte: Ein Lichtstrahl fällt auf eine riesige Hand, in der ein Nagel steckt. Dann eine weitere musikalische Steigerung: Die gesamte, rasant rotierende, gigantische Figur des Gekreuzigten mit weit ausgestreckten Armen wird sichtbar: So eindrucksvoll beginnt „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith am Theater an der Wien, eine...


"Einsam in öder Pracht" – der neue Tristan in München als Psyc...

Helmut Pitsch

Einsam in öder Pracht – der neue Tristan in München Richard Wagner Tristan und Isolde - Münchner Opernfestspiele Premiere 29.6.2021 - Besuch am 8.7.2021   Erwartet ungewohnt aber schlüssig und konsequent ist das Regiekonzept des Polen Krzysztof Warlikowski für diese Neuinszenierung von Tristan und Isolde von Richard Wagner an der bayerischen Staatsoper. Es gilt die Vergangenheit der Beiden aufzuarbeiten, die wie in keiner anderen...


Puccini berührt und amüsiert mit Trittico in München

Helmut Pitsch

Il Trittico, das Tryptichon war Giacomo Puccinis Versuch drei dramaturgisch unterschiedluch geprägte Opern in ein Gesamtwerk zu vereinen. Mit Il Tabarro handelt es sich um die tragische Geschichte eines Ehepaares deren innige Beziehung am harten Leben, dem Tod des Kindes und der lieblosen gesellschaftlichen Beschränkungen scheitert. Die Tragödie endet mit dem Mord des vermeintlichen Liebhabers aus Eifersucht. Lyrisch angelegt ist die Leidensgeschichte der Sour (Schwester)...


Wagners „Parsifal“ an der Wiener Staatsoper: Nicht funktionier...

Helmut Christian Mayer

Zugegeben, Richard Wagners „Parsifal“ seltsam mythische und semireligiöse Geschichte von den Gralsrittern ist schwer erklär- und vermittelbar. Kirill Serebrennikov meint dazu, dass das Verständnis nur erschwert würde, wenn man Gralsritter und Zauberer auf die Bühne brächte. Man versteht auch, dass der russische Regisseur seine biografische Vorgeschichte hat: Er wurde von der schwer durchschaubaren, russischen Justiz verfolgt, musste...


Wagners „Parsifal“ in Hamburg: Dunkel, verrätselt und überfrac...

Helmut Christian Mayer

Es beginnt ganz harmlos mit einer einsamen brennenden Kerze auf der auch später immer dunkel bleibenden Bühne. Schemenhaft sieht man eine, scheinbar bis ins Unendliche reichende, bühnenhohe, immer wieder wabernden Spirale, die auch gespiegelt wird. Und hier agieren in den Etagen alle Protagonisten bei Achim Freyers Inszenierung von Richard Wagners „Parsifal“. Es ist eine Produktion, die schon im September 2017 an der Hamburger Staatsoper Premiere hatte und jetzt...


"Salome" in Mailand: Blutiges Geheimnis des Todes

Helmut Christian Mayer

Die Kontrabässe grummeln in schwarzen Tiefen, immer wieder fährt ein einzelner hoher, schneidender Ton hinein: Musikalisch genial gestaltet ist dieser unerträgliche Moment, während Salome am Rand der Zisterne auf die Hinrichtung des Johanaan wartet. Dann steigert sich das Orchester zu einem langsamen, immer gewaltigeren Ausbruch, zu dessen Klimax eine Art goldene Monstranz mit Strahlen weit hinauf hochfährt, in dessen Mittelpunkt der Kopf des Johanaan fixiert ist:...