Imposante Bildmacht bei Verdis "Aida" zur Eröffnung des Ljubljana Festivals

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Allein zehn Lipizzaner wurden zum Triumphmarsch aufgeboten, die unter den populären und bekannten Fanfaren durch die Publikumsreihen mit Radamés an der Spitze Richtung Bühne ritten, wo in der Zwischenzeit die Chormassen Aufstellung genommen haben. Aber auch sonst beeindruckte die Inszenierung von Giuseppe Verdis „Aida“, die dieses Jahr zur Eröffnung des 67. Ljubljana Festivals am Kongress Platz wegen des angekündigten Schlechtwetters einen Tag früher als geplant gezeigt wurde.

Regisseur Drazen Siriscevic und sein Bühnenbildner Slaven Raos haben sich dafür faszinierende, lebensechte Projektionen, wie einen Sonnenaufgang mit Vögeln, den blauen Nil, die Wüste, den Mond aber auch brennende Skulpturen ausgedacht. Auch das Gebäude der Universität wurde mit einem in luftiger Höhe angebrachten Pharaonenkopf und einer Sängerin miteinbezogen. Allerlei ägyptische Fabelwesen, Balletttänzerinnen und Kinder bevölkerten in historisierten, prächtigen Gewändern die Bühne. Die eigentliche Personenführung der Protagonisten und des Chores fiel jedoch auch wegen der kleinen Bühne eher sparsam, reduziert und statisch aus.

Als Titelheldin bestach Susanna Branchini mit dramatischer Attacke aber auch empfindsamen Piani. Walter Fraccaro hatte als Radamés alle Höhen und viel Kraft, sang aber meist im Dauerforte und neigte besonders zu Beginn dazu, die Töne anzuschleifen. Giorgio Surian war zwar ein ungemein präsenter Amonasro, hat aber seinen stimmlichen Zenit schon deutlich überschritten. Rosanna Rinaldi sang die Amneris mit reifem Timbre, Ivica Cikes gefiel als Ramfis ganz besonders und sang ihn mit edler Stimmfülle. Sehr stimmkräftig hörte man Leonardo Saric als König und die vereinigten Riesenchöre der Opernhäuser von Ljubljana, Maribor und Zagreb.

Ivo Lipanovicam Pult der Slowenischen Philharmonie liebte mehr das knallig Laute als die Feinheiten der Partitur. Es wurde aber durchaus aufregend und meist eines Sinnes mit der Bühne musiziert.

Wehrmutstropfen war einmal mehr die sehr laut und teils blechern klingende Tonanlage.

Großer Jubel im Publikum! Zum Schluss gab es dann das obligate Feuerwerk von der im Hintergrund befindlichen Laibacher Burg herab!

Dr. Helmut Christian Mayer

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