Graz: Das Recreation Orchester unter Mei-Ann Chen – Nicht immer nur zauberhaft

Xl_shahrabi-chen-graz-4-23 © Helmut Christian Mayer

Gleich anfangs zitierte die Trompete das Motiv des Zauberspruchs. Sogleich darauf erhob sich eine vom Fagott angestimmte Melodie: Es ist der Besen, der sich mit den Wasserkübeln auf den Weg zur Wanne macht.  Dieses rhythmisch prägnante Thema wurde dann von verschiedensten anderen Instrumenten aufgegriffen und zog sich durch das gesamte symphonische Scherzo „“L‘apprenti sorcier“ - Der Zauberlehrling“ von Paul Dukas, das auf einer Ballade von Johann Wolfgang von Goethe basiert. Nicht nur hier zeigte sich, dass Mei-Ann Chen den großen Sound liebt. Denn die Chefdirigentin animierte „ihr“ Grazer Recreation Orchester mit riesengroßen Gesten und teils springenden Bewegungen zwar zu packenden aber vielfach zu wuchtigen und etwas zu wenig differenzierten Tönen im oberen Phonbereich.

„Der Zauberer“ hieß das Motto eines Styriarte Konzertes im Grazer Stefaniensaal. Deshalb wurde nach der Ouvertüre zu Franz Schuberts „Die Zauberharfe“, bei dem die Geigen nicht immer eines Sinnes waren, auch die anspruchsvolle vierteilige „Harry Potter Suite“, ebenfalls ein Zauberer, aus dem Film „The Scorcerer’s Stone“ – „Der Stein der Weisen“ vom vierfachen Oscargewinner und 48-mal Oscar-nominierten, dem US-amerikanischen Komponisten John Williams, der Musik für unzählige Filme schrieb, gespielt. Auch hier aufwühlende, lautstarke Klangwelten, wobei die klein besetzen Streicher etwas zu dünn zu hören waren. Das Konzert für Streicher und Oboe von Ralph Vaughan Williams wurde mit pastoraler Sehnsucht wiedergegeben. Als Solistin beeindruckte die junge Iranerin Shaghayegh Shahrabi mit schönem und innigem aber teils zu wenig kraftvollem Ton.

Viel Applaus im vollen Saal!

Dr. Helmut Christian Mayer

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