Norwegische Kammeroper in Wien macht Einsamkeit hörbar

Xl_39de5779-b83a-47e2-9c8b-40c22da51fbe © Musiktheater Wien/ Porgy and Bess

Knut Vaage Someone is going to come Musiktheater Wien/Porgy und Bess  28.2.2026

Norwegische Kammeroper in Wien macht Einsamkeit hörbar

Die norwegische Oper Someone is goong to come von Knut Vaage ist eine zeitgenössische Kammeroper, die in Zusammenarbeit des norwegischen Ensembles Insimul, dem Musiktheater Wien/ der Bühne “Porgy & Bess” nun nach der Uraufführung beim Ultima Festival 2000 seine österreichische Erstaufführung erlebt.

Die Handlung fusst auf einem Schauspiel von Jon Fosse aus 1990 und erzählt die Geschichte eines Paares, das den Wunsch hegt, nur für sich allein zu sein und sich in ein Haus am Meer zurückzieht. Aber in der Stille wächst die Angst, die Verunsicherung was passiert wenn jemand kommt. Fosses poetische Sprache wird in die expressive Musik von Vaage übersetzt.

Seine Klangwelt bildet die erdrückend werdende Einsamkeit, die innere Unruhe und Auseinandersetzung des Paares mit sich und sich selbst ab. Es herrscht eine drückende beklemmende Stimmung der Einsamkeit in der Zweisamkeit. Musikalisch wird der Inhalt durch die abgebrochen klingenden Akkorde hervorragend unterstützt und vom Dirigenten Bjarte Engeset am Pult von Insimul perfekt interpretiert.

Das kleine feine symphonische Ensermble, 2016 in Stavanger gegründet, sitzt am linken Bühnenrand, wenig einsehbar. Es ist auf die Interpretation zeitgenössischer norwegischer Komponisten spezialisiert.

Die Regie von Bruno Berger-Gorski verstärkt in Bild und Personenregie die triste Stimmung. Die Bühne von Alice Sturt ist karg und hell ausgeleuchtet. Nichts soll  unentdeckt bleiben.. Ein Tisch, ein Sessel und ein Vorhang stilisieren das Haus. Die Einsamkeit der Charaktere ist gut ins Bild gesetzt und durch die Intimität der kleinen Bühne noch mehr zu spüren.

Das junge Sängerensemble wurde ausgesprochen ausdruckstark und perfekt zum Thema passend ausgewählt. Auf der nahezu leeren Bühne ist die schauspielerische Leistung umso beeindruckender Marianne Folkestad Jahren und Halvor Festervoll Melien gestalten das Ehepaar. Magnus Staveland erscheint sporadisch als Eindringlung und ehemaliger Eigentümer des Hauses. Er löst die Starre ohne wirkliche Rolle.

Das Publikum im voll ausgebuchten Haus zeigt seine Ergriffenheit, folgt gespannt und spendet herzlich engagierten Beifall für alle Beteiligten.

Andrea Beck

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