Nabucco in München - Düstere Romantik fein musikalisch ausgekleidet

Xl_c5dbf60b-41cb-4db5-bd88-031c74266a35 © Geoffrey Schied

Giuseppe Verdi Nabucco Bayerische Staatsoper 24.1.2026 

Nabucco in München - Düstere Romantik fein musikalisch ausgekleidet

Düster und reduziert ist das Bühnenbild von Yannis Kokkos, der auch Regie und Köstüme dieser Inszenierung aus 2008 von Giuseppe Verdis Freiheitsoper Nabucco verantwortlet. Umso mehr nurzt er den Raum mit wenigen zumeist goldenen Objekten im Hintergrund, um die Sänger und vor allem den Chor in den Mittelpunkt zu stellen. Dies ist nicht ohne Wirkung.

Der bestens vorbereitete und auch harmonisch sehr einheitlich singende Sstaatsopernchor entwickelt einen satten vokalen Gesamtklang, der die Hörer durchdringt. Emotional gut nuanciert kommt der berühmte Gefangenenchor, hinter einem Gitterzaun sehr emotional zur Geltung.

Dunkel und einfach sind die Kostüme gestaltet, nur die königliche Würde wird mit einem bodenlangen goldenen Mantel und Krone symbolisiert, die von Nabucco und seinen Töchtern Fenena und Abigaille abwechselnd getragen werden.

Das Sängerensemble ist durchgängig höchstes Niveau. Auch wenn sich Vladislav Sulimsky nach der Pause als erkältet ansagen lässt, liefert er insgesamt als Nabucco ein starkes Rollenportrait auch mit gesanglicher Ausdruckskraft. Ewa Plonka als seine unehelich von einer Sklavin geborene Tochter Abigaille fegt regelrecht über ihre Gegner, insbesondere das jüdische Volk hinweg. Bemerkenswert ist die stimmliche Vielfalt, die sie in die Interpretation legt, mit reiner Intonation und gut geführten Melodien. Ihrer edle Halbschwester Fenena verleiht Elmina Hasan zurückhaltende Würde und Gefühl.

Als Zaccaria ist Georg Zeppenfeld unverändert eine charakterstarke Besetzung auch wenn die Stimme in der Höhe gealtert ist. Sein Debüt an der Bayerischen Staatsoper gibt eindrucksvoll Kang Wang. Der Australier mit koreanischen Wuezeln dreht als ungestümer Ismaele kräftig auf, zeigt viel lyrische Stimme ohne sich zu schonen. So vermisst man Leichtigkeit.

Francesco Ivan Ciampa führt das Bayerisches Staatsorchester und Staatsopernchor mit viel Italianita. Die Melodien schwingen, der Klangteppich ist nicht zu üppig und zu lautstarrk ausgelegt, bleibt in Spannung und raffinierte Details der Partitur sind erhörbar.

Große Begeisterung im ausverkauften Haus

Dr. Helmut Pitsch

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