Musik ist unsere Sprache - Rolex ruft zum Erhalt der Musik auf

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"perpetual music", ein Projekt initiiert von

Rolex

Künstler müssen sprechen, musikzieren, müssen auftreten, das ist Ihre Sprache, das ist ihre Seele. Auch wenn es in der Politik keinen Niederschlag findet, aber Kunst und Kultur gehört zu unserer Gesellschaft, zu unserem Leben wie Essen, Trinken oder Atmen. Ohne Auftritte können Künstler nicht überleben und sind so durch die Corona Krise mit ihren harten Beschränkungen in eine tiefe Existenzkrise gefallen und von wirtschaftlichen Existenzängsten konfrontiert. Private Initiativen versuchen hier Leid zu lindern. Der Schweizer Uhrenkonzern Rolex ist seit Jahren ein engagierter Förderer von Kunst und Künstlern und greift jetzt nochmals grosszügig in die Tasche und fungiert nun auch als Konzertveranstalter, um zahlreichen Künstlern einen Auftritt zu ermöglichen und so Einnahmen, aber auch seelische Freude zu ermöglichen. Erhaltet die Kunst ist das Leitmotiv der Konzertreihe Perpetual Music Concerts. Stars wie Juan Diego Flórez, Sonya Yoncheva oder Rolando Villazón sind seit Jahren Markenbotschafter in der Werbung des Luxushersteller. Nun treten sie als Gastgeber in drei Konzerten in drei Ländern auf und laden hundert Künstler zu Auftritten ein. Eine herzliche, grosszügige und dankenswerte Initiative im Dienst der Kunst und Gesellschaft, der hoffentlich viele Unternehmen folgen. 

Nach Juan Diego Flórez in Pesaro tritt Sonya Yoncheva auf die Bühne der Staatsoper unter den Linden in Berlin und begrüsst hundert geladene Gäste, die nur spärlich den ersten und zweiten Range des Hauses füllen. Gespentisch leer spielte es sich schon auf den Gängen immFoyer des Hauses ab, aber im grossen Saal lässt sich die traurige Situation noch stärker spüren. Die Sitzreihen im Parkett sind unbesucht und mit weissen Bändern überklebt. Die Härte und Sinnhaftigkeit der Massnahmen angesichts solcher Bilder ist zu hinterfragen und heizt seit Wochen die Diskussion im Kulturbetrieb an. Ehrfurchtsvoll nahezu regungslos warten die glücklichen Gäste, kaum wird getuschelt oder gehustet, Masken sind bis zum Konzertbeginn zu tragen. Vor dem geschlossenen Bühnenvorhang aus burgunderrotem Samt steht auf der leeren Vorderbühne ein Flügel. Desinfektionsmittel sind laufend auf der Bühne am Klavier im Einsatz, ganz in schwarz mit schwarzer Gesichtsmaske operieren geisterhaft zahlreiche Helfer. Unbeschwerter Kulturgenuss ist anders. 

Dann durchbricht Sonya Yoncheva im eleganten knielangen Kleid mit integrierter kurzer Schleppe artistisch auf dünnen hohen Absätzen die Stille und begrüsst die Gäste und bedankt sich im Namen aller teilnehmenden Künstler beim Opernhaus und dem Sponsor für die offerierte Möglichkeit vor Publikum live auftreten. Die Rede kommt von Herzen und führt zu den Herzen der Zuhörer, die ebenfalls beglückt das Liveerlebnis in sich aufsaugen.

Die junge Pianistin Olga Zada eröffnet mit einer frischen und leicht in der Luft gehaltenen Interpretation von Franz Schuberts Impromptu op 142 D 935 den Abend. Mehr Dramatik als notwendig flechtet daraufhin die Sopranistin Ekaterina Siurina, begleitet von Giuseppe Mentuccia In der berühmten Juwelenarie des Gretchen aus Charles Gounod Faust. Dunkel düster wird es bei Alfredo Daza Darstellung von Giuseppe Verdis Arie Morir tremenda cosa! aus La forza del destino. Aufatmen und solistische Virtuosität kann das Publikum mit Klan Soltani am Cello mit dem Spiel von David Poppers Ungarische Rhapsodie geniessen. Zündende Rhythmen und weite folkloristische Melodien prägen das Werk. Michael Volle setzt passend kraftvoll mit Würde und Autorität Richard Wagners Aufruf "Verachtet mir die Meister nicht" aus den Meistersinger von Nürnberg daneben. Kokett erfrischend und schwungvoll mit der nötigen Frechheit reisst die Sopranistin Fatma Said mit Francis Poulenc Arie "Non, Monsieur, mon mari" aus Las mamelles di Tiresias mit. Mit dem Klarinettisten Pablo Barragan, der Geigerin Veronika Eberle und dem Pianisten Julian Quentin sind weitere herausragende Instrumentalsolisten zuerleben. Einen Höhepunkte stellt hier auch Avi Avital mit seiner Kunst auf der Mandoline dar. Er verschmilzt nahezu mit seinem kleinen Instrument und verzaubert mit rumänischen Volkstänzen von Bela Bartok und einer elegischen traditionellen Bulgarischen Weise. Aus Bulgarien kommt auch Sonya Yoncheva, die Gastgeberin des Abends, die einmal im Duett mit Alfredo Daza aus Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni ("La ci darem la mano") aber insbesondere mit Georg Friedrich Händels Arie "Lascia Ch'io Pianga" aus der Oper Rinaldo berührt und brilliert. 

Noch einmal bittet sie alle Künstler auf die Bühne, die den stürmischen herzhaften Applaus des Publikums mit Freude auf sich Wirken lassen. Ein kleiner Schritt zur Rückkehr des Kulturbetriebs ist getan, mögen viele weitere folgen.

Das Konzert kann auf Medici.tv noch bis Ende Oktober aufgerufen werden. 

Helmut Pitsch
(Berlin)

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