Maskenball in Paris - Eindrucksvolles Operngeschehen!

Xl_cc943669-830c-4597-9c29-2a95c5dcede7 © Benjamin Girette

PARIS/Opéra national de Paris Bastille : Un ballo en maschera Neuinszenierung am 30. Januar 2026

Eindrucksvolles Operngeschehen!

In der Regie von Gilbert Deflo gelang der Opéra national de Paris Bastille mit der Neuinszenierung der Oper „Un ballo en maschera“ von Giuseppe Verdi ein großer Opernwurf, der einmal mehr die ganze Dramatik und Wirkung der Kunstform zeigte, wenn sich die Bühnenbilder mit der jeweiligen dramaturgischen Aussage treffen und gegenseitig potenzieren.

Das war endlich einmal wieder die Verdichtung auf das, was die Oper eigentlich ist. Klar konturierte Bühnenbilder von William Orlandi, der auch für die überaus geschmackvollen und auf die Dekors fein abgestimmten Kostüme verantwortlich zeichnete, passten thematisch zum jeweiligen Akt vor einem dunklen bis schwarzen Hintergrund. Dieser ließ im Grunde schon die ganze Tragik dieses Melodramma in drei Akten erahnen. Es geht letzten Endes um den gewaltsamen Tod von König Riccardo, und das atmete dieses Bühnenbild in jedem Moment. Da beherrschte zunächst der große weiße Adler symbolhaft für das souveräne Herrschertum Riccardos die Bühne. Beim Auftritt Ulricas waren drei düster und gefährlich wirkende Schlangenköpfe zu sehen. Auch der Maskenball an sich war dezent in schwarz/weiß gestaltet und wurde von Micha von Höcke phantasievoll choreografiert.

Der Star des Abends war Anna Netrebko als Amelia, die in dieser ersten Reprise nach der Premiere drei Tage zuvor erneut das zu erwartende stimmliche Glanzlicht setzte und dabei wie immer auch mit einer intensiven emotionalen Darstellung beeindruckte. Absolute Weltklasse! Matthew Polenzani war ihr als Riccardo ein Partner auf Augenhöhe mit einem kraftvoll heldischem Tenor. Étienne Dupuis als Renato vervollkommnete dieses Dreigestirn erstklassiger Protagonisten mit einem wohlklingendem Bariton und starkem Auftritt. Sara Blanch gab einen agilen und schön singenden Oscar. Elisabeth DeShong beeindruckte als kraftvoll singende und darstellerisch ausdrucksstarke Ulrica in Rot.

Speranza Scappucci dirigierte mit großer Souveränität das Orchestre de l’Opéra national de Paris sowie den hervorragenden, von Alessandro Di Stefano einstudierten Chor. So schuf sie mit ihrer musikalischen Interpretation zum erstklassigen Gesang und der stimmigen Szene einen intensiven Opernabend. Das Orchester zeigte sich in Bestform!

Lang anhaltender und starker sowie verdienter Applaus!

Klaus Billand

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