Es geht voran - Operngefühle kehren zurück am Gärtnerplatz in München

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"Wir spielen wieder für Sie", und das mit einem vollen Spielplan. So kehrt das renommierte Gärtnerplatztheater nach dem Lockdown zurück. Dies ist eine klare Ansage an das treue Publikum und ein Aufatmen für die Künstler, welche sichtlich mit Freude und Erleichterung ein aussergewöhnliches und anspruchsvolles Programm präsentieren. Täglich werden mehrere Themenprogramme angeboten, vom Opern-, Lieder- oder Musicalabend bis zum Kammerkonzert, aber auch konzertante Opernabende von Bert Brechts Dreigroschenoper und Carl Orffs Die Kluge führen langsam zu einer neuen Normalität für den verwöhnten Theaterbesucher.

Dazu bringen die neuesten Lockerungen für Veranstaltungen weiteres Leben in das Theater. Nunmehr können 100 Personen einer Veranstaltung beiwohnen, Mund Nasen Masken können am Platz abgenommen werden, sodass der Genuss uneingeschränkt mit dem notwendigem Abstand erfolgen kann.

"Mein Sehnen mein Wähnen", angelehnt an die berühmte Arie des Paul aus "Die tote Stadt" von Erich Wolfgang Korngold ist der unterhaltsame zum Teil von Stefan Bischoff moderierte Opernabend tituliert. Die jungen Sänger des Ensembles präsentieren Arien und Szenen u.a. aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart "Die Hochzeit des Figaro" und "Don Giovanni", Gioacchino Rossini "Barbier von Sevilla" und "Cenerentola", Gaetano Donizetti "Linda di Chamounix" , Giuseppe Verdi "Rigoletto" und "La Traviata" und Richard Strauss "Ariadne auf Naxos". In kleiner Besetzung begleiten Musiker des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der fürsorglichen und auch gefühlvollen Leitung durch Antony Bramall. Auch Mitglieder des Herrenchores, verteilt auf den Rang des Zuschauerraumes wirken gehaltvoll mit.

So entsteht wieder echtes Operngefühl, wenn Jennifer O'Loughlin, der grosse Sopran Star des Theaters, mit Anna Katharina Tonauer als kokette Maddalena und Lucian Krasznec als feinfühliger rachsüchtiger Rigoletto und Matija Meic als dunkler Sparafucile Teile des dritten Aktes mit Mimik und Gestik unterlegt auf die Bühne bringen. Ebenso gewinnt Timos Siriantzis mit ausgefeilter Gesichtschoreografie einen munteren stimmlich leichten Barbier zum Leben Feierlich majestätisch wird Christoph Seidl als Sarastro mit dem Chor in einer Szene aus Mozarts "Die Zauberflöte". Schwungvoll spritzig gerät die Schlussnummer "Fredda ed immobile.." des Meisters der musikalischen Commedia Rossini. Der Abend ist ein sichtbares und fühlbares Zurück in eine lebendige Opernwelt. Das Publikum freut sich und applaudiert mit Begeiserung. Hoffen wir, dass auch bald die letzten Beschränkungen fallen können.

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