Eine gloriose Hommage an Mozart serviert von Julia Lezhneva und Andrea Marcon in München

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Julia Lezhneva Münchner Philharmoniker Isarphilharmonie München 9.12026

Eine gloriose Hommage an Mozart serviert von Julia Lezhneva und Andrea Marcon in München

Das Weltklasse Orchester, die Münchner Philharmoniker, widmen zum Jahresbeginn einen Konzertabend Wolfgang Amadeus Mozart. Das Leben des Salzburger künstlerischen Genies, Sohn bayerischer Eltern, ist eng mit München verbunden. Auf mehreren Reisen machte er in der bayerischen Hauptstadt Station und auch einige seiner Werke erleben hier ihre Uraufführung, u.a. die Oper Idomeneo 1781.

Als Gastdirigent ist Andrea Marcon eingeladen. der Italiener ist international anerkannter Barockspezialist und profunder Kenner der Wiener Klassik. Er gründete das Venice Baroque Orchestra und leitete das La Cetra Barockorchester und Vokal Ensemble Basel. Im Mittelpunkt steht die Sopranistin Julia Lezhneva. Die Russin steht für vokale Gesangskultur der Extraklasse. Ihre helle Stimme mit engelsgleichen Höhen, souveränen Koloraturen, feinsten Läufen und Trillern brilliert in ausgewählten Arien des Salzburger Komponisten.

Eröffnet wird mit der Ouvertüre zur Oper Die Hochzeit des Figaro. Schwungvoll aber besonnen im Tempo und moderat in der Lautstärke hält sich Marcon dezent an einer transparenten leicht schwingenden Interpretation. Die Philharmoniker folgen konzentriert und sehr harmonisch im Zusammenspiel. Mit dem Rezitativ und der Arie der Fiordiligi aus Cosi fan tutte „Ei parte…senti…ah no!“ zeigt Julia Lezhneva ihre perfekte Technik. Klar und ohne Bruch bleibt sie in der Tiefe gut verständlich. In den Höhen spielt sie mit ihrem bemerkenswertem Stimmvermögen. Gefühlvoll und berührend folgt der Treueschwur der Aminta „L‘amero,saro constante“ aus dem Frühwerk Il re pastore. Wunderbar setzt sie die Schlichtheit der Arie in Szene, demonstriert die Wandelbarkeit ihrer Stimme und entfacht durchdringende Ehrlichkeit.

Nach einer gut ausgestalteten und rhythmisch im Lauf gehaltenen Symphonie C-Dur KV 388 kehrt Lezhneva mit der Arie des Sesto aus Clemenza di Tito „parto, ma tu ben mio“ auf das Podium gemeinsam mit der Klarinettistin der Münchner Philharmoniker zurück. Gemeinsam arbeiten die beiden die dramatische Zerrissenheit Sestos zwischen seiner Liebe zu Vitellia, die von ihm den Tod des Kaisers Tito fordert, den er zutiefst verehrt und verbunden ist.

Nach der Pause begeistert die sympathische Sängerin das Publikum mit der Motette für Sopran und Orchester KV 155 „Exsultate, jubilate“. Das Werk des 17 Jährigen ist ein Bravourstück, ursprünglich für den gefeierten Kastraten Venanzio Rauzzini geschrieben. Virtuos erklingt ihre präzise Stimmführung und Intonation. Sanft fügt sie gepflegte Legatokultur ein. Im finalen Halleluja fügt sie Technik und Ausdruck strahlend zusammen.

Zum Abschluss zeigen wiederum die Münchner Philharmoniker ihr Gefühl und differenzierten Zugang zum Klassiker Mozart, schon am Beginn der Romantik. Seine Symphonie Es -Dur KB 543 eröffnet wie ein Fanfarenruf und sprüht im Anschluss vor mitreißenden Melodien. Marcon führt mit Bedacht auf den Durchklang aller Instrumente. So fügt sich ein fein artikulierter Gesamtklang zusammen.

Der Abend ist eine gloriose Hommage an den herausragenden Komponisten Mozert, der vor 270 Jahren geboren wurde und dessen Musik unsterbliches Kulturgut ist.

Dr. Helmut Pitsch

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