© Helmut Pitsch
Villa Beer - ein architektonisches Juwel erstrahlt wieder
In den Jahren 1929/30 entstand im 13. Wiener Gemeinebezirk ein Musterbeispiel der architektonischen Moderne. Für den jüdischen Geschäftsmann Julius Beer, Geschäftsführer einer Kautschuk- und Gummifabrik entwarfen die beiden Architekten Oskar Wlach und Josef Frank eine repräsentative Villa, ein Heim für die Familie mit 850qm Wohnfläche auf 8 Ebenen mit einem Garten von ursprünglich 5000qm.
Leichtigkeit und Flexibilität nach dem Vorbild eines japanischen Hauses, sowie das Zusammenspiel von Natur und Architektur, das Lebendiges aufnimmt und ein organisches Gebilde bleibt, sind Leitlinien der Planung. Nähert man sich dem nunmehr liebevoll restaurierten Gebäude beeindrucken die asymmetrischen Glasfronten, großzügige Balkone sowie Terrassen und der von Anfang an mitbedachte stimmungsvolle Schattenwurf der Bäume.
Im Inneren dominiert eine geschwungene Treppe, sowie die Vielfältigkeit der Raumgestaltung auf verschiedenen Ebenen. In rechten Winkel zu leben wurde von den Architekten abgelehnt, durch Winkel, Säulen und schiefe Wände entsteht ein neues Wohngefühl.
Beide Architekten wie auch die Eigentümerfamilie ereilte das tragische Schicksal der Verfolgung und Emigration, die Villa ging durch verschiedene Hände. Besonders bei Künstlern erfreute sie sich großer Beliebtheit. Richard Tauber, Jan Kiepura als auch Marcel Prawy verbrachten längere Zeit im Hause.
Jetzt ist Villa Beer als Museum und Begegnungstätte wiedereröffnet, auch zur Übernachtung stehen mehrere Zimmer zur Verfüguung.
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06. Oktober 2026 | Drucken

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