Thais - Thaïs

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Allgemeine Informationen

Beschreibung des Werkes

Beschreibung Akt 1 Akt 2 Akt 3

Jeder Musikliebhaber kennt die berühmte Meditation, die Massenet als Violinsolo für Thaïs geschrieben hat, jene Oper, die so oft zu harsch beurteilt wird, denn sie zählt zu den Meisterwerken der französischen Opernliteratur. Das Libretto basiert auf einem anti-klerikalen Roman von Anatole France, in dem ein Mönch seinen Glauben verliert, als er versucht, eine Kurtisane zu bekehren und sich unsterblich in sie verliebt. Thaïs wird zur Heiligen und Athanaël begreift, wenn auch zu spät, die wahre Natur seiner leidenschaftlichen Gefühle. Das Werk Massenets ist eine Mischung von Sinnlichkeit und der Religiosität der Einsiedlermönche, der eine dramatische Struktur, basierend auf diametralen Gegensätzen, wie Stadt und Wüste, Erotik und Asketik, Verführung und Verzicht, zugrundeliegt.

Musikalisch veranschaulicht Massenet diese Kontraste durch verschiedene Kunstgriffe, wie beispielsweise die ungewöhnliche Konfrontation zwischen dem Sopran Thaïs mit dem Bariton Athanaël, die in seinem Werk einzigartig sind. Die Orchesterpartien stellen einen wesentlichen Bestandteil des Werkes dar; sie verschmelzen die einzelnen Akte und kreieren eine Atmosphäre von Träumen, Meditationen und Stimmungen.

Die Kunst des Sinfonikers findet ihren Höhepunkt in Thaïs, wo es Massenet meisterhaft gelingt, das Klosterleben in der Wüste einerseits und die Ausschweifungen der Feste in Alexandria andererseits, mit orientalischen Klangfarben zu veranschaulichen. Die Titelrolle schrieb der Komponist für seine Lieblingssängerin Sybil Sanderson. Bei der Premiere löste das Werk lebhafte Diskussionen aus; die Kritiker schätzten weder das Thema, das für die damalige öffentliche Moral viel zu gewagt war, noch die Partitur, trotz ihrer Verführungskraft. 1898 gab Massenet eine Neufassung heraus, die bis heute gespielt wird.

Inhalt

Die Handlung spielt in Ägypten am Ende des 4. Jahrhunderts. Athanaël, ein zönobitischer Mönch beschliesst, die Stadt Alexandria von Sünde und Korrupton zu befreien, die durch das  skandalöse Verhalten der Kurtisane, Thaïs, symbolhaft  Ausdruck finden. Athanaël vertraut sich seinem Freund Nicias an, einem Genussmenschen und Philosophen, der noch dazu ein ehemaliger Liebhaber von Thaïs ist. Nicias und die junge Schöne machen sich über sein Vorhaben lustig, aber als sie alleine ist, denkt Thaïs über die Nichtigkeit ihres Lebens nach und beschliesst, dem Mönch zu folgen, um sich zu bessern. Sie setzt ihr Haus in Brand, und lässt sich in das Kloster der Abtissin Albine bringen. Als Thaïs, bekehrt, dem heiligen Orden beitritt, wird sich Athanaël zu spät bewusst, dass er in sinnlicher Leidenschaft für Thaïs entbrannt ist. Es bleibt für die heiliggesprochene Nonne jedoch keine Zeit mehr, seine Liebesschwüre zu hören, denn sie stirbt vor seinen Augen und lässt Athanaël gebrochen zurück.

Akt 1

Der junge Mönch Athanaël, zutiefst betroffen von den Ausschweifungen in der Stadt Alexandrien, erklärt seinen zönobitischen Ordensbrüdern, dass er es sich zum Ziel gesetzt hat, die Kurtisane Thaïs, für Gott zurückzugewinnen. Er verlässt die Ufer des Nils und begibt sich zu seinem Freund Nicias, einem ehemaligen Liebhaber von Thaïs. Von der Terrasse des luxuriösen Hauses schaut er mit Abscheu auf die Stadt Alexandria.

Voilà donc la terrible cité

Nicias macht sich über sein Vorhaben, Thaïs zu bekehren, lustig. Als die junge Schöne, umringt von Anbetern, eintritt, versucht sie den jungen Mönch zu verführen, und um ihn zu provozieren, lädt sie ihn zu sich ein, wo er versuchen soll, ihre Seele zu retten.

Akt 2

Allein in ihrem Palast befragt Thaïs ihren Spiegel:

“Dis-moi que je suis belle“

Athanaël versucht sie zu überzeugen, einem Leben, das nur aus Vergnügung und Eitelkeit besteht, den Rücken zu kehren, aber sie weigert sich und schickt ihn weg. Er lässt ihr Zeit zum Nachdenken und verspricht, bis zum Morgen vor ihrem Hause zu warten. Nun ertönt die berühmteMeditation für Solo Violine, die dazu führt, dass Thaïs beschliesst, ihm zu folgen.  Sie bittet ihn, sie auf den Weg des Heils zurückzuführen. Im Schein des Feuers, das ihren Palast verzehrt, bricht sie mit Athanaël auf zum Kloster von Albine, nachdem sie ihre Robe gegen ein schlichtes Wollgewand eingetauscht hat.

Akt 3

Athanaël und Thaïs gelangen zum Kloster der Albine. Verstört, übergibt der Mönch die junge Frau, die durch ihre plötzliche Bekehrung völlig verwandelt Ist, an die weissen Jungfrauen. Dann kehrt er zu seinen Brüdern ans Ufer des Nils zurück, wird aber ständig von aufwühlenden Erinnerungen an die schöne Thaïs geplagt. Sie erscheint ihm in einem erotischen Traum, provokant und bereit sich ihm hinzugeben. Als er sich vorstellt, dass sie stirbt, beschliesst er, sie aufzusuchen. Bei seiner Ankunft im Kloster findet er eine verklärte Thaïs auf dem Totenbett, wie er es in seinem Traum vorausgesehen hat.

Sie hört Athanaël schon nicht mehr, als dieser, von Schmerz übermannt, seine Liebe zu ihr herausschreit.

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