Idomeneo, König von Kreta - Idomeneo,...

Informationen Beschreibung
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Allgemeine Informationen

  • Komponist :Wolfgang Amadeus Mozart
  • Librettist :Giambattista Varesco
  • Entstehungsjahr :1781
  • Entstehungsort :Deutschland
  • Anzahl der Akte :3
  • Katalog :K.366
  • Original Sprache :Italienisch
  • Opernhaus der Original Produktion :Cuvilliés-Theater
  • Original Instrumentierung :2fl, picc,2 ob, 2cl, 2fg,4cors, 2tp,3tbn,-timp-strings

Beschreibung des Werkes

Beschreibung Akt 1 Akt 2 Akt 3

Ein Werk, das sogar ein Genie ersten Ranges wie Mozart, nur ein einziges Mal in seinem Leben zustande brigt.“ Mit diesen Worten würdigte Alfred Einstein Idomeneo, König von Kreta. Mozarts dritter Ausflug in das Genre der opera seria, dessen traditionellen Rahmen er sprengt und damit den Weg bahnt für das neue lyrische Drama. Nach Mithridates (1770) und Lucio Silla (1772 ) in denen er jugendliche Forschheit mit reifer Meisterschaft verbindet, bedient sich Mozart nun der Elemente eines Genres, das auf aneinandergereihten Arien baute, die wenig mit der dramatischen Entwicklung der Handlung zu tun hatten, und verändert es grundsätzlich.

Der Held ist an einen Schwur gebunden, der das Opfer eines geliebten Wesens fordert, ein verbreitetes Thema im 18. Jahrhundert, bietet die Grundlage des Werkes.

Wie aus den zahlreichen Briefen Mozarts an seinen Vater hervorgeht, die er während der kurzen, aber äußerst aufregenden Schaffenszeit dieses Werkes verfasste, suchte er nach einer neuen dynamischen Theatralik durch musikalische Innovationen, um dem ursprünglichen, eher enttäuschenden Originaltext, Leben einzuhauchen.

Der Aufenthalt des berühmten Mannheimer Orchesters in München, das damals als das beste Europas galt, trug zur Entwicklung einer außerordentlich reichen Symphonik bei. Schon in der Ouvertüre wird das Orchester zum Protagonisten erhoben. Die Bedeutung und Ausdrucksstärke der Chöre fanden ihre Inspiration in Glucks lyrischen Tragödien, die Mozart in Paris entdeckte, und die schon auf dieZauberflöte hindeuten. Ilia und Idamante bahnen den Weg für Pamina und Tamino, während Elektra, die bösartige Furie, durch gewagte Komposition als hervorstechende Persönlichkeit zur Vorläuferin der Königin der Nacht wird. Idomeneo, als Rolle für den berühmten Tenor Anton Raaff maßgeschneidert, zieht immer noch große Sänger wie Pavarotti und Domingo an. Dieses innovative Werk war der erste Erfolg Mozarts, wo die Abdankung eines Königs zugunsten seines Sohnes Ausdriuck findet, genau zu der Zeit, wo er sich aus der Vormundschaft seines eigenen Vaters loslöste. Es gibt drei Versionen dieses Werkes: die ursprüngliche Fassung vor der Erstaufführung, die Partitur, die in München bei der Premiere 1781 Verwendung fand, mit mehreren Streichungen, und die Version, die eigens für eine Reprise in Wien 1786 geschaffen wurde.

Inhalt

Nach dem Fall Troyas kann König Idomeneo endlich an eine Rückkehr in sein Heimatland Kreta denken. Während seiner langen Abwesenheit kümmerte sich sein Sohn Idamantes um die Regierungsgeschäfte und die troyanischen Kriegsgefangenen, zu denen Ilia, die Tochter des Königs Priamus, zählt. Um lebend aus dem Sturm, der ihn von der Landung in Kreta abhält, herauszukommen, verspricht er dem Meeresgott Poseidon das erste Lebewesen zu opfern, das ihm auf heimatlichem Boden begegnet. Unglücklicherweise ist es sein Sohn, der ihm zur Begrüßung entgegeneilt. Durch das Opfer ihres Lebens für das Idamantes, den sie liebt und der ihre Liebe erwidert, gelingt es Ilia, Poseidon zu besänftigen und Idomeneo von seinem verhängnisvollen Schwur zu entbinden.

Akt 1

Ilia, die Tochter des Königs Priamus, ist als Gefangene am Hofe des Königs von Kreta, Idomeneo, dessen Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg unmittelbar bevorsteht. Die junge Prinzessin wird gepeinigt von ihren Gefühlen für den Königsohn Idamantes, der ihr Feind ist und sie gefangen hält.

“Padre, germani, addio“ (Ilia)

Er erwidert ihre Leidenschaft. Idamantes beschliesst, die trojanischen Gefangenen freizulassen, um die langersehnte Rückkehr seines Vaters zu feiern, was wiederum die Wut und Eifersucht Elektras heraufbeschwört. Sie ist die Tochter Agamemnons; sie kam nach der Ermordung ihrer Mutter durch Orest nach Kreta. Sie ist unsterblich verliebt in Idamantes und ist wahnsinnig vor Eifrsucht auf die Rivalin Ilia. Idomeneo kommt mit seiner Flotte auf der Rückfahrt in seinen fürchterlichen Sturm, und um sich zu retten verspricht er Poseidon, den ersten Sterblichen zu opfern, der ihm auf heimatlichem Boden begegnet. Als er sicher landet, kommt ihm sein Sohn Idamantes zur Begrüßung entgegen. Von Grausen erfasst, stößt er diesen zurück und flieht.

Akt 2

Idomeneo erzählt seinem Vertrauensmann Arbaces von seinem fürchterlichen Schwur, der nun seinen Sohn bedroht. Sie beschließen, Idamantes nach Griechenland zu schicken, als Begleitung Elektras. Der junge Mann ist verzweifelt, denn er muss Ilia, seinen Vater, und sein Heimatland zurücklassen. Elektra hingegen triumphiert, denn sie meint, den Prinzen nun für sich zu gewinnen.

“Idol mio“ (Elektra)

Als man zum Aufbruch bereit ist, steigt ein furchterregendes Monster aus den Wellen. Poseidon hat Idomeneos List durchschaut. Idomeneo bietet sich selbst als Opfer an als die angsterfüllten Kreter die Flucht ergreifen.

Akt 3

Idamantes und Ilia gestehen einender endlich ihre Liebe und Leidenschaft. Sie werden von Idomeneo und Elektra überrascht. Der König bittet seinen Sohn zu fliehen.

Die aufgebrachten Kreter und der Hohe Priester fordern den Namen dessen, der den Zorn des Gottes herausgefordert hat. Idomeneo gesteht vor allen, dass er Poseidon das Leben seines Sohnes versprochen hat. Nachdem Idamantes das Seeungeheuer besiegt hat, bietet er sich als Opfer an. Gerade als Idomeneo ihm den Todesstoss versetzen will, bittet Ilia, sie an seiner Stelle zu töten. Da ertönt das Orakel Poseidons und fordert von Idomeneo, dass er seinem Sohn den Thron überlassen und dieser, mit Ilia als Gattin an seiner Seite, regieren soll. Elektra verschwindet, rasend vor Wut. Idomeneo erfüllt den Wunsch des Meeresgottes und findet somit sein Seelenheil.

“D’Oreste, d’Ajace ho in seno i tormenti“ (Elektra)

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