Kolumnen zu folgendem Krzysztof Warlikowski

Salzburg: Wiederaufnahme von Strauss „Elektra“ bei den Festspi...

Helmut Christian Mayer

„Nicht ich, nicht ich! Er ist der Dämon“, schreit sie ins Mikrofon. Nicht der markerschütternde Fortissimo-Akkord des vollen Orchesters setzt die Familientragödie im dunklen Mykene in Gang, sondern Klytämnestra, Elektras Mutter, ihr Hassobjekt und selbst Mörderin ergreift gleich zu Beginn das Wort und rechtfertigt sich zum Mord an ihrem Mann Agamemnon. Krzysztof Warlikowski stellt auch bei der Wiederaufnahme der Oper „Elektra“ der...


"Einsam in öder Pracht" – der neue Tristan in München als Psyc...

Helmut Pitsch

Einsam in öder Pracht – der neue Tristan in München Richard Wagner Tristan und Isolde - Münchner Opernfestspiele Premiere 29.6.2021 - Besuch am 8.7.2021   Erwartet ungewohnt aber schlüssig und konsequent ist das Regiekonzept des Polen Krzysztof Warlikowski für diese Neuinszenierung von Tristan und Isolde von Richard Wagner an der bayerischen Staatsoper. Es gilt die Vergangenheit der Beiden aufzuarbeiten, die wie in keiner anderen...


Salzburg feiert Elektras bildstarke Psychoanalyse

Helmut Pitsch

Schlange stehen am Einlass, Ausweiskontrolle, Maske, Abstand und freie Plätze, die Salzburger Festspiele im Ausnahmezustand in diesem Krisenjahr für die Kulturbetriebe. Wie wichtig und richtig die Entscheidung der Verantwortlichen Flagge zu zeigen und trotz aller Hemmnisse eine außergewöhnliche Saison wiederum in höchster Qualität zustande zu bringen. Und das alles im Jubiläumsjahr, eigentlich als feierliches  Jubeljahr und Festspiele der...


Henzes "Bassarids" bei den Salzburger Festspielen: Von Neuroti...

Helmut Christian Mayer

Dionysus wurde von Zeus und Semele gezeugt. Semele verbrannte, als sich ihr Gottvater in voller Pracht zeigte. Theben ist seither in zwei Lager gespalten, in Gläubige und Ungläubige: In einem 15-minütigen, teils gesprochenen Prolog ohne Musik zeigt uns Krzysztof Warlikowski zum besseren Verständnis die Vorgeschichte. Erst hier setzt nun die Oper The Bassarids von Hans Werner Henze ein, eine Produktion der Salzburger Festspiele aus 2018, die kürzlich bei...


Festspiele München Richard Strauss Salome modern als Oper im S...

Helmut Pitsch

Der Blick auf die Bühne ist frei, wenn der Zuschauer den Saal betritt. Die Bühne ist verkleinert und wir befinden uns in einer Bibliothek, eine grosse Bücherwand schliesst an den drei Seiten den Raum ab. Der Vorhang schliesst sich und öffnet wieder. Das Spiel beginnt. Aber nicht mit Richard Strauss. Krzysztof Warlikowski, der Regisseur dieser Neuinszenierung von Richard Strauss herausragendem Werk Salome hat seine eigenen Gedanken zur Werksdeutung und gestaltet ein...


Dosierte Wucht in Lady Macbeth von Mzensk in Paris

Helmut Pitsch

Die ersten Töne elektrisieren. Im verdunkelten Raum der Opera Bastille ist die Bühne mit einem grauen Vorhang verdeckt und eine Videoprojektion von zwei im Wasser treibenden Frauenkörpern begleitet die musikalische Einleitung. Musik und Bild zeichnen markig die Dramatik und die finale Tragödie des Werkes voraus. Ingo Metzmacher am Pult des Orchesters der Opéra national de Paris gilt als Spezialist für expressive zeitgenössische Moderne und beweist auch...