Kolumnen zu folgendem Daniel Jenz

Grafenegg: Korngolds "Die tote Stadt" mit schwelgerischen Klängen

Helmut Christian Mayer

„Glück, das mit verblieb“: Mariettas Lied ist wohl der größte und populärste Hit aus Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt“. Das Werk ist ein Geniestreich eines 23-Jährigen und war jetzt konzertant beim Grafenegg Festival im Wolkenturm zu erleben. Und diese anrührende Arie wirkt umso mehr, wenn sie so gesungen wird, wie von Camilla Nylund. Die gefeierte Sopranistin singt die Doppelrolle der Marietta und der Erscheinung der...


Donizettis "Lucia" an der Wiener Staatsoper: Ein glänzendes Ro...

Helmut Christian Mayer

In ihrem weißen, blutgetränkten, zerrissenen Brautkleid schleppt sie sich mit blutverschmierten Händen herein, nachdem sie den ihr aufgezwungenen Ehemann ermordet hat, um dann mit glasklarer Stimme und perfekten Koloraturen, die mit extremen Schwierigkeiten und mit fast unsingbaren Höhen gespickte „Wahnsinnsarie“ zu singen: Adela Zaharia ist bei der Wiederaufnahme von Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ an der Wiener Staatsoper eine...


Wien: „The Tempest“ von Thomas Adés - Wiederaufnahme mit hohen...

Helmut Christian Mayer

„The Tempest“ von Thomas Adès zählt sicher zu einer der erfolgreichsten „modernen“ Opern der letzten Jahre. Denn nicht nur die Uraufführung der zweiten Oper des britischen Komponisten 2004 in London Covent Garden war beim Publikum ein großer Erfolg, sondern auch die späteren Aufführungen in mehreren Städten. Jetzt wird die Oper, die 2015 hier schon gezeigt wurde, an der Wiener Staatsoper wiederaufgenommen. Der Erfolg basiert...


Wagners "Tristan und Isolde": Wenn die Nacht der Liebe nur mus...

Helmut Christian Mayer

Andreas Schager ist ein Phänomen. Der österreichische Heldentenor schont sich bei der Wiederaufnahme von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Wiener Staatsoper als Tristan von Anfang an nie und kann trotzdem auch noch seine Fieberträume im letzten Akt dieser im wahrsten Sinne mörderische Partie nach kraftvoll und mit scheints unerschöpflicher Energie und Kondition hörbar machen. Nur im zweiten Akt schwächelt er ganz minimal. Aber alle...


Wien: Eine neue „Salome“ von Richard Strauss an der Staatsoper...

Helmut Christian Mayer

So mancher Opern-Nostalgiker mag traurig sein, dass seine liebgewonnene, aus 1972 stammende Produktion von Richard Strauss „Salome“ in der Inszenierung von Boleslaw Barlog in der ästhetischen, jugendstilartigen Fin-de-Siècle Ausstattung und an Gustav Klimt erinnernden Dekorationen nunmehr Geschichte ist. Denn jetzt gibt es an der Wiener Staatsoper eine Neuproduktion von Cyril Teste – seine erste Inszenierung außerhalb von Frankreich. Der...


Mahler an der Wiener Staatsoper fragwürdig in Szene gesetzt

Helmut Christian Mayer

Von 1897 bis 1907 war Gustav Mahler Direktor der Wiener Hofoper (der Vorgängerin der jetzigen Staatsoper) und prägte wie kaum ein anderer das Haus am Ring. Er holte damals das Opernhaus in die Moderne. Der Schöpfer von grandiosen Symphonien hat leider selbst keine Oper geschrieben. Er kam über die Jugendversuche und Fragmente von „Die Argonauten“ und „Rübezahl“ nie hinaus. Und so kam der amtierende Operndirektor Bogdan Roscic auf die Idee,...