Kolumnen zu folgendem Ausrine Stundyte

Penderecki in München - Nichts für schwache Nerven

Helmut Pitsch

Krzysztof Penderecki Die Teufel von Loudun Bayerische Staatsoper 7.Juli 2022 Nichts für schwache Nerven Die Handlung ist bizarr bis gewaltig, aber basiert auf einer wahren Begebenheit im Jahr 1634. Eine Nonne versteigt sich in eine obszöne Liebe zu einem Priester, den sie nie persönlich getroffen hat. Sie klagt ihn exstatisch teuflischer Taten an und fühlt sich selbst vom Satan beseelt. Der gesamte katholische Ritus von orgiastIscher Besessenheit, Exorzismus,...


Elektra im großbürgerlichen Ambiente neu in Hamburg

Achim Dombrowski

ELEKTRA (Richard Strauss) Premiere am 28.11.2021 Die Staatsoper Hamburg landet einen großen Erfolg mit einer speziellen Sichtweise auf Richard Strauss‘ Elektra  Strauss/Hofmannsthals Elektra basierend auf der sophokleischen Artriden-Tragödie spielt im Palasthof vom Mykene: die Mägde sprechen unter sich verächtlich über Elektra. Diese gedenkt ihres von ihrer Mutter und deren Geliebten Aegisth getöteten Vaters Agamemnon. Sie...


Salzburg: Wiederaufnahme von Strauss „Elektra“ bei den Festspi...

Helmut Christian Mayer

„Nicht ich, nicht ich! Er ist der Dämon“, schreit sie ins Mikrofon. Nicht der markerschütternde Fortissimo-Akkord des vollen Orchesters setzt die Familientragödie im dunklen Mykene in Gang, sondern Klytämnestra, Elektras Mutter, ihr Hassobjekt und selbst Mörderin ergreift gleich zu Beginn das Wort und rechtfertigt sich zum Mord an ihrem Mann Agamemnon. Krzysztof Warlikowski stellt auch bei der Wiederaufnahme der Oper „Elektra“ der...


Neuinszenierung Lear in München Marthaler bringt Wahnsinn auf ...

Helmut Pitsch

Aribert Reimann Lear Premiere am 23.5.2021 Bayerische Staatsoper Besuch am 26.5.2021 Der berühmte Klassiker des alternden Königs Lear und dessen verhängnisvolle Aufteilung seines Erbes unter seinen Töchtern war und ist eine Herausforderung für viele Künstler. Giuseppe Verdi arbeitete ein Leben lang an der Idee seiner Oper Lear und verwarf den Gedanken immer wieder, da er ihm nicht bewältigbar schien. Aribert Reimann wagte das Unternehmen auf...


Prokofjews “Der feurige Engel“ am Theater an der Wien: Siedend...

Helmut Christian Mayer

Bis zum obersten Bühnenrand steht der Turm aus aufgestapelten und verschlungenen Metallbetten, auf welchen in verschiedensten Höhen Frauen sitzen und zum wuchtigen Finalchor singen. Und sie alle werden Zeugen des letzten Übergriffs auf Renata. Ein Inquisitor, ein rauchender Schreibtischtäter, lässt sie sich von Mephisto vorführen und erschießt sie dann: Mit diesem starken Bild lässt Andrea Breth Sergej Prokofjews selten gespielte Oper...


Korngolds "Die tote Stadt" 100 Jahre nach der Uraufführung aus...

Helmut Christian Mayer

Die Idee war ambitioniert und goldrichtig: Exakt auf den Tag genau 100 Jahre nach der Uraufführung von „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold, des damals 23-jährigen Wunderkindes, diese Oper am selben Ort wieder zu zeigen. Unter der Leitung keines Geringeren als Otto Klemperer wurde sie nämlich genau am 4. Dezember 1920 im Stadttheater Köln aus der Taufe gehoben. Zeitgleich erfolgte auch eine Aufführung in Hamburg. Die Oper wurde dann landauf,...