Kolumnen zu folgendem Wiener Staatsoper

Mahler an der Wiener Staatsoper fragwürdig in Szene gesetzt

Helmut Christian Mayer

Von 1897 bis 1907 war Gustav Mahler Direktor der Wiener Hofoper (der Vorgängerin der jetzigen Staatsoper) und prägte wie kaum ein anderer das Haus am Ring. Er holte damals das Opernhaus in die Moderne. Der Schöpfer von grandiosen Symphonien hat leider selbst keine Oper geschrieben. Er kam über die Jugendversuche und Fragmente von „Die Argonauten“ und „Rübezahl“ nie hinaus. Und so kam der amtierende Operndirektor Bogdan Roscic auf die Idee,...


Bizets „Carmen“ an der Wiener Staatsoper in Starbesetzung

Helmut Christian Mayer

Eigentlich wäre ja zu Saisonbeginn die Wiederaufnahme von Jacques Fromental Haléys „La Juive“ geplant gewesen. Aber wegen Erkrankung von gleich zwei Hauptsängern musste die Wiener Staatsoper umdisponieren und so setzte man Georges Bizets „Carmen“ aufs Programm und diese gleich mit einer ausgesprochenen Starbesetzung. Keine Geringere als Elina Garanča ist für die Titelpartie aufgeboten. Sie singt die Partie mit großer Noblesse,...


Spätes Hausdebüt in Wien von Starsopranistin Cecilia Bartoli i...

Helmut Pitsch

Giaocchino Rossini La Cenerentola Wiener Staatsoper Besuch am 28.6.2022 Spätes Hausdebüt in Wien von Starsopranistin Cecilia Bartoli in bester Stimmung Nun ist es soweit. Nach einzelnen Auftritten im Haus am Ring kam es zum Hausdebüt der gefeierten italienischen Sopranistin Cecilia Bartoli in der Titelrolle von La Cenerentola. Dies nachdem sie bereits seit über 30 Jahren auf allen großen Bühnen der Opernwelt gefeiert wird, und als Leiterin...


I Puritani: Belcanto mit angezogener Handbremse in Wien

Helmut Pitsch

Vincenzo Bellini I Puritani Wiener Staatsoper 28.5.2022 Belcanto mit angezogener Handbremse in Wien Welcher regelmäßige Opernbesucher kennt nicht das Ärgernis, wenn rund um einem ständig Handys aufleuchten und manch einer auch gleich gar nicht mehr damit aufhört, seine Elektronik zu bedienen. So auch wieder bei diesem meinem Opernbesuch geschehen. Liegt es nur am Desinteresse der Besucher, zum Glück füllt sich die Staatsoper ja wieder und...


Wagners „Götterdämmerung“ an der Wiener Staatsoper: Endzeitlic...

Helmut Christian Mayer

Gigantisch ist er schon, der rotglühende Feuersturm. In dessen ringförmigen Auge steht Wotan mit seinem zerbrochenen Speer. Ein wilder Wasserstrudel stürzt herein und scheint alles mitzureißen und zu vernichten, bevor auf der leeren Bühne ein junges, halbnacktes, eng umschlungenes Menschenpaar als Symbol eines zukunftsvollen Hoffnungsschimmers erscheint: So lässt Sven-Eric Bechtolf die „Götterdämmerung“ von Richard Wagner an der Wiener...


Wagners „Siegfried an der Wiener Staatsoper: Im grünen Auge de...

Helmut Christian Mayer

Riesig, beinahe die gesamte Hinterbühne ausfüllend, zum Fürchten bedrohlich grün ist das Auge des Drachen, das sich bei dessen Tode blutrot färbt. Direkt in diesem Auge lässt Sven-Eric Bechtolf den Kampf des Titelhelden als Videoprojektion ablaufen. Tödlich verletzt erscheint dann noch der blutige Fafner als Riese von der Unterbühne in die Höhe fahrend, in eine Reptilhaut eingewickelt: So spektakulär lässt der deutsche Regisseur diese...