Zwei große, aufstrebende Talente bei einem Konzert in Klagenfurt

Xl_krichel-w_gerer-kso-11-23 © Helmut Christian Mayer

Beide zählen zur jüngeren, aufstrebenden Musikergeneration und beide sind mehrfache Preisträger: Der eine ist der 32-jährige Dirigent Tobias Wögerer aus Linz und war etwa Finalist beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele, der andere der 34-jährige Pianist Alexander Krichel aus Hamburg ist Echo Klassik Preisträger. Beide traten jetzt gemeinsam bei einem Konzert des Stadttheaters Klagenfurt im Konzerthaus mit dem Kärntner Sinfonieorchester (KSO) auf.

Eine makellose Technik mit perlenden Läufen, große Durchsichtigkeit, Liebe für Details und eine sensible, nuancenreiche Ausdrucksskala seiner Interpretation: All das sind die Vorzüge von Alexander Krichel und genauso spielte er Frédéric Chopin beliebtes 1. Klavierkonzert. Mit Chopins letztem Nocturne als Zugabe bedankte er sich für den hereinbrechenden Jubel!

Und Wögerer legte ihm mit dem KSO einen einfühlsamen und ausbalancierten Klangteppich mit vielen Farben und Fassetten zu Füßen.

Gleich zu Beginn erklang die Ouvertüre aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ mit kraftvollen Tönen und zugespitzten Tempi. Und nach der Pause: „Con brio“, die komplexe Konzertouvertüre von Jörg Widmann wurde hochkonzentriert musiziert. Sie bezieht sich ganz stark auf Ludwig van Beethoven, weswegen es von der Programmatik ganz logisch war, das Konzert mit seiner „Achten“ Symphonie abzuschließen. Sie wird oft als die humoristische seiner Symphonien bezeichnet. Da wurde man teils etwas machtvoll der derb-fröhlichen Stimmungen und der ironisierenden Brechungen voll gerecht.Der zweite Satz wird wegen der Sechzehntel – Repetitionen immerwieder mit Johann Nepomuk Mälzel, dem Erfinder des Metronoms in Verbindung gebracht. Da kamen die rhythmischen Verschiebungen und unerwartenden Fortissimo Schlägen voll zur Geltung, Sowie der Scherzando - Charakters des Satzes, der mit einer Persiflage auf die Aktschlüsse italienischer Opern endete. Nach dem etwas behäbigen Menuett folgte der an Kontrasten und Überraschungen reiche Finalsatz mit unvermuteten Wechseln an Farben und Tonarten, ein Kabinettsstück souveräner Meisterschaft.

Heftiger Applaus!

Dr. Helmut Christian Mayer

 

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