Taggenbrunner Festspiele: Prachtvolle, mächtige Basstöne von Günther Groissböck

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Es war 2002, da debütierte er als Sarastro in seiner ersten großen Rolle überhaupt in Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ am Stadttheater Klagenfurt. Mittlerweile wurde Günther Groissböck zum Weltstar: Salzburger und Bayreuther Festspiele, Bayrische, Hamburger und Wiener Staatsoper, Theater an der Wien, Met, Scala, London, Berlin, Paris, Rom, Amsterdam, Barcelona, Madrid u.v.m. Es gibt kein bedeutendes Opernhaus, wo er noch nicht gesungen hat, und zwar Rollen wie Gurnemanz (Parsifal), Landgraf (Tannhäuser), Fasolt und Hunding (Ring), Orest (Elektra), Ochs (Rosenkavalier), Wassermann (Rusalka), König Marke (Tristan). Daneben gibt Günther Groissböck noch Abende in den wichtigsten Konzertsälen weltweit. 2020 wird er der neue Wotan der Bayreuther Festspiele in Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ sein.

Jetzt gab Günther Groissböck in der Burg von Taggenbrunn in der Nähe der Stadt St. Veit/Glan in Kärnten einen Liederabend: Und der sympathische 43-jährige Niederösterreicher zeigte am zweiten Konzertabend der Taggenbrunner Festspiele gleich von Anfang an, zu welch edlen Tönen, reichen Valeurs und Schattierungen er mit seinem prachtvollen Bass fähig ist. Dabei entströmten ihm mit perfekter Tonreinheit und exemplarischer Wortdeutlichkeit, je nach Stimmung, Phrasen von tiefem, innigen Ausdruck, er konnte aber, wenn notwendig, auch mächtig aufdrehen.

Und das den ganzen Abend lang: Besonders beseelt erlebte man die „Vier ernsten Gesänge“ von Johannes Brahms, mit selbstausgesuchten Worten aus der Bibel, bei denen der Tod im Mittelpunkt steht. Bei Robert Schumanns „Liederkreis“, zwölf Vertonungen von Gedichten von Joseph von Eichendorff faszinierte das Kleinod „Mondnacht“ mit tief empfundenem, sehnsuchtsvollem Ausdruck ganz besonders.

Und im zweiten Teil wurde es dann Russisch. Groissböck sang sehr leidenschaftlich ausgewählte Romanzen von Peter Iljitsch Tschaikowsky, etwa auch das Glanzstück „Ständchen des Don Juan“. Von Sergej Rachmaninow interpretierte er das Opus 4, eines seiner ersten Liedkompositionen, wobei „O, nein, ich bitte dich, verlass mich nicht!“ und „Sing nicht, du Schöne!“ nach Alexander Puschkin mit besonders expansiver Emotion erklang!

In idealer, einfühlsamer Symbiose wurde er von Gerold Huber am Klavier begleitet.

Ein neapolitanisches Volkslied und ein Wiener Lied waren die bejubelten Zugaben. Stehende Ovationen!

Dr. Helmut Christian Mayer

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