Ljubljana Festival: Jonas Kaufmann mit samtigen aber auch mächtigen Tönen

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„Vincerò“: Als er das hohe H zum Finale der populären Arie „Nessun dorma“, die es ja einmal sogar in die Popcharts geschafft hatte, schmetterte und dann noch extrem lange aushielt, kannte die Begeisterung des Publikums keine Grenzen mehr. Aber nicht nur mit diesem Hit aus Giacomo Puccinis „Turandot“ konnte Jonas Kaufmann beim Ljubljana Festival das Publikum am Kongress Platz begeistern. Dies gelang ihm auch mühelos etwa mit „Recondita armonia“ aus Puccinis „Tosca“ oder „Mamma, quel vino è generoso“ aus Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ oder mit der einfühlsamen Arie des Dichters Andrea Chénier „Un dì all’azzuro spazio“ von Umberto Giordano. Und nicht nur im italienischen Fach ist der deutsche Startenor stilistisch zu Hause, auch im Französischen. Denn dann sang er mit betörenden Piani und tiefen Gefühlen etwa die Blumenarie aus Georges Bizet Oper „Carmen“.

Und jeder dieser Ohrwürmer wurde mit seinem samtigen Schmelz, seinem herrlich baritonal klingendem Timbre und seinen einzigartigen betörenden Piani gesungen. Denn genauso ließ Jonas Kaufmann seinen kostbaren Tenor den gesamten Abend über hier in der slowenischen Hauptstadt erklingen. Man hörte auch reiche Nuancen,fein gesponnene Lyrik aber auch mächtige, tenorale Entfaltung und exemplarische Textdeutlichkeit.  

Für die einfühlsame Begleitung sorgte das Orchester des Slowenischen Rundfunks, das RTV Slovenjia unter dem umsichtigen Joachim Rieder. Die Musiker konnten auch unter anderen mit den Intermezzi aus Mascagnis „Cavalleria rusticana“, und Puccinis „Suor Angelica“, der Ouvertüre aus „La forza del destino“ von Giuseppe Verdi wie auch mit dem Bohemian Tanz aus der Carmen Suite Nr. 2 von Bizet mit viel Leidenschaft und Farbe punkten.

Und dann es gab es zur Freude der Zuhörer einen wahren Reigen von allein fünf (!) Zugaben von über einer halben Stunde von „E lucevan le stelle“ aus Puccinis „Tosca“ über neapolitanische Volkslieder bis hin zu „Dein ist mein ganzes Herz“ aus  Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“.

Stehende Ovationen!

Dr. Helmut Christian Mayer

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