Klagenfurt: Das „ensemble minui“ präsentierte Opern im Westentaschenformat

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Nach „Act I“ folgt bekanntlich „Act II“. Und unter diesem Titel hat jetzt das ensemble minui seine zweite CD herausgebracht, die jetzt im Mozartsaal des Klagenfurter Konzerthauses präsentiert wurde. Wie schon in der vorhergehenden CD wurden ausschließlich Auszüge aus bekannten Opern eingespielt. Und da hat Stefan Potzmann wieder ganze Arbeit geleistet: Denn der Klarinettist des Ensembles hat die teils sehr üppigen Partituren neu arrangiert und vor allem verkleinert, was sich ja auch im Namen des Ensembles spiegelt und zu dessen Markenzeichen wurde. Das schaffte er wieder so raffiniert, detailliert und ausgefeilt, dass trotz der Reduktion im nur neunköpfigen Ensemble, bestehend aus fünf Streichern und vier Bläsern, eine erstaunliche Klangfülle und -vielfalt zu hören war. Was ja auf Grund der ausgewählten Stücke nicht gerade leicht war, verlangt Richard Strauss „Elektra“ doch ein Riesenorchester. Aber der musikalische Kern, alle Stimmen, die Dramatik und Leidenschaften waren alle in der Suite da. Auch der Walzer aus Peter Iljitsch Tschaikowskys „Eugen Onegin“ wurde mit Spielfreude musiziert, mit großer Einfühlsamkeit eine Suite aus Giacomo Puccinis „La Bohème“. Zudem konnte man sich auch noch an der „Rosenkavalier“ Suite von der ersten CD und erstmalig am Vorspiel von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ erfreuen. Und weil Ludwig van Beethovens Septett, op. 20 für die Gründung des Ensembles im Jahre 2016 Beginn und Ideenspender für diese minimalistischen Arrangements war, spielte man auch noch als Rückblick das Scherzo daraus. Die ungemein spielfreudigen und hochkonzentriert spielenden Musiker, überwiegend Mitglieder des Kärntner Sinfonieorchesters, glänzten mit gutem Zusammenspiel und naturgemäß mit vielen Soli.

Für die launige und sehr informative Moderation sorgte Markus Hänsel, Dramaturg am Stadttheater Klagenfurt.

Stehende Ovationen!

Dr. Helmut Christian Mayer

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