Ildikó Raimondi und Herbert Lippert in Taggenbrunn: Mit strahlendem Charme durch die leichte Muse

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Zwei große, sehr gekonnt gemachte Porträts von Johann Strauß und Franz Lehár schmückten die Bühne der pittoresken Burg, von Komponisten also, die bei den Taggenbrunner Festspielen diesen Abend zu Wort kommen sollten. Gemalt von Herbert Lippert, der damit auch eine weitere Fassette seiner künstlerischen Kreativität zeigte, der ja auch bekanntlich ein begnadeter bildender Künstler ist. In erster Linie wollte das Publikum aber seinen Tenor hören und dieser erklang auch schönstimmig mit viel Schmelz und Charme und nur teils mit etwas enger Höhe.

Ihm zur Seite stand die stets strahlende, charmante Ildikó Raimondi: Mit vielen Nuancen und herrlicher Phrasierung war die sympathische Sopranistin zu erleben, die auch immer wieder launig das Wort zur Moderation ergriff. Angesagt waren beliebte Operettenmelodien, die sie solistisch oder im Duett zum Besten gaben: So sang der österreichische Tenor etwa mit „Ja, das alles auf Ehr‘“ aus „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß oder auch „Freunde, das Leben ist lebenswert“ aus „Giuditta“ von Franz Lehár. Aus derselben Operette sang die aus Ungarn stammende Sopranistin etwa „Meine Lippen, sie küssen so heiß“, wie auch sehr pointiert „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“ aus der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ von Oscar Straus. Gemeinsam im Duett waren, etwa „Lippen schweigen…“ aus „Die Lustige Witwe“ von Franz Lehár zu hören aber auch einige Raritäten, wie etwa „Ein Walzer muss es sein“ aus „Die Rose von Stambul“ von Leo Fall oder „Leise schwebt das Glück vorüber“ aus „Die Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán.

Begleitet wurden sie von Pavel Kachnov, der allerdings manchmal zu dominant und donnernd begleitete, feinere Töne wäre teils wünschenswert gewesen, der aber über das richtige „Walzerfeeling“ verfügte. Und der auch mit bravouröser Virtuosität solistisch spielte, wie beim Ungarischen Tanz Nr. 6 von Johannes Brahms oder beim Walzer „Gold und Silber“ von Franz Lehár und ganz besonders außer Programm beim sauschweren „Grande galop chromatique“ von Franz Liszt, mit dem er das Publikum zu Begeisterungstürmen hinriss.

Zum Schluss gab es lautstarken Jubel, zwei Zugaben und letztlich stehende Ovationen!

Dr. Helmut Christian Mayer

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