„Great Voices“ im Wiener Konzerthaus: Andreas Schager und Günther Groissböck - Zwei Meistersinger aus Niederösterreich

Xl_joel-groissb_ck-schager-rso_wien-5-22 © Helmut Christian Mayer

„Leb‘ wohl, du kühnes, herrliches Kind!“:  Sie ist wohl eine der schönsten und berührendsten Arien von Richard Wagner, wenn Wotan von seiner LieblingswalküreBrünnhilde Abschied nimmt. Und sie wirkt noch beeindruckender, wenn sie so fein differenziertmit wunderbar weichen aber auch kraftvollen Tönen von Günther Groissböck gesungen wird. Der aus Niederösterreich stammende, international gefragte Weltklassebass wusste mit immer exemplarischer Textverständlichkeit und edlem Wohlklang auch beim Gebet des König Heinrich aus „Lohengrin“ sowie dem „Wahnmonolog“ und der Schlussansprache des Sachs aus den „Meistersingern“ zu faszinieren.

Aber er war nicht der einzige Meistersinger bei diesem, letzten heurigen Konzert in der Reihe „Great Voices“ im Wiener Konzerthaus. Denn auch der ebenso in Niederösterreich geborene Ausnahmeheldentenor, ebenfalls auf allen Bühnen weltweit unterwegs, Andreas Schager faszinierte mit unerschöpflicher Energie und Kraft sowie genauso mit großer Wortdeutlichkeit. Alle Spitzentöne waren da und wurden absolut mühelos, wohlklingend mit strahlender Leuchtkraft gesungen. Besonders der Hit „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ aus der „Walküre“ geriet ihm einnehmend schön und innig. Auch die Gralserzählung aus „Lohengrin“, die Romerzählung aus „Tannhäuser“ sowie das Preislied aus den „Meistersingern“ begeisterten.

Dazu sangen die Wiener Singakademie und der Landesjugendchor Wien den „Brautchor“ aus „Lohengrin“ sowie die Schlusschöre aus „Tannhäuser“ und „Meistersinger“ mit großer Homogenität und Stimmkraft.

Am Pult des ORF Radio- Sinfonieorchesters Wien stand Alexander Joel, der souverän durch den Abend führte und die Musikerfarbenreich, nuanciert, gefühlvoll, aber wenn angebracht, auch rauschhaft, saftig, aufwühlend und auf Überwältigung setzend, spielen ließ. Dies hörte man auch beim Vorspiel aus dem 3. Akt von „Lohengrin“, der Ouvertüre aus „Tannhäuser“ wie beim „Walkürenritt“. Und als Zugabe gab es zur Freude des Publikums noch das „Schmiedelied“ aus „Siegfried“, bei dem Andreas Schager auf einen von ihm und dem Dirigenten gemeinsam eigens hereingeschleppten Amboss mit Hämmern schlug und mit dem Schwert herumfuchtelte!

Riesenjubel gab es schon immer nach den einzelnen Arien und kaum enden wollender Applaus schließlich zum Schluss für einen gelungenen Abend!

Dr. Helmut Christian Mayer

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