Graz: „Arsonore“ - das kammermusikalische Festival wurde mit viel guter Laune eröffnet

Xl_arsonare-hoppe-schirmer-bartolomey_-_foto-hauer-graz-9-22-1 © Arsonore - Foto Hauer

Ein Topf mit Deckel, ein Schneebesen, ein Geschirrtuch und ein Kehrbesen“: Man glaubt gar nicht, dass auch Küchenutensilien in ein Liebesdrama verwickelt sein können. Bohuslav Martinú ist dies eingefallen und er schuf mit „La revue de cuisine” ein Ballett für sechs Instrumente, das als finaler Programmhöhepunkt beim Eröffnungskonzert der diesjährigen „Arsonore“ natürlich nur instrumental aufgeführt wurde. Die grotesken, jazzigen Themen wurden mit pointierter Rhythmik, höchster Virtuosität und sichtbarer Spielfreude unter Mitwirkung von Markus Schirmer am Klavier im wunderbaren Planetensaal des pittoresken Schlosses Eggenberg präsentiert, – was das Publikum zum Schmunzeln animierte.  Das seit sieben Jahren existierende kammermusikalische Festival, steht heuer unter dem Motto „Inspiration“, wie der Gründer und seit Beginn aktive Künstlerische Leiter Markus Schirmer bei seiner Eröffnungsrede erläuterte und zwar von den unterschiedlichsten Seiten. Originale Meisterwerke und wie diese wiederum andere Komponisten beeinflusst haben, werden aufgeführt.  

Das Konzert des Eröffnungsabends stand zudem noch unter dem zusätzlichen Motto „Have Fun Tonight“. Diesem wurde man voll gerecht. Dafür sorgten 14 hochambitionierte Musikerinnen und Musiker, alles Könner auf ihren Instrumenten in verschiedensten Formationen. In traditioneller Weise musizierten auch diesmal wieder renommierte Künstler mit begabten Nachwuchstalenten, vornehmlich von der Grazer Kunstuniversität (KUG) zusammen.

Dabei gefielen besonders der erstklassige Trompeter Thomas Gansch, von dem auch ein Quartett, eine jazzige Eigenkomposition mitreißend zu hören war, wie auch neben allen anderen Matthias Bartolomey und Christian Poltéra (beide Cello) sowie Esther Hoppe (Violine), die bei einer Passacaglia von Johan Halvorsen faszinierte. Natürlich war auch der Ausnahmegeiger Benjamin Schmid unter anderem bei einem effektvollen, leider ganz selten zu hörenden Streichquartett in a-Moll von Fritz Kreisler zu erleben. Exzellent hörte man auch Petrit Ceku auf der Gitarre in einem eigenen Arrangement für Gitarre und Streichquartett von Maurice Ravels „Alborada del gracioso“ sowie Angela Hewitt am Klavier bei Camille Saint-Saens hochmelodiösen Septett op. 65.

Stehende Ovationen!

Dr. Helmut Christian Mayer

 

 

 

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