© wearegiving
Schon der Gedanke daran treibt vielen Solocellisten Schweißausbrüche auf die Stirn, denn das Werk gilt nicht nur als das kunstvollste sondern auch als das anspruchsvollste Cellokonzert von Joseph Haydn. Vor allem der dritte Satz des C-Dur Konzertes ist gespickt von diffizilsten, beinahe unspielbaren Passagen. Davon war jedoch bei Pablo Ferrández im wunderbaren Haydnsaal des prachtvollen Schlosses Esterhazy in Eisenstadt beim Eröffnungskonzert des „Herbstgold“ Festivals nichts zu bemerken: Mit Souveränität, höchster technischer Virtuosität bewältigte der spanische Cellist auch die schwierigsten Griffe und Läufe, insbesondere bei den Kadenzen. Er war aber auch zu ungemein sensiblen ausdruckstarken Tönen fähig und wurde vom Publikum zu Recht bejubelt, wofür er sich mit einer Zugabe bedankte.
Dabei wurde er vom Chamber Orchestra of Europe unter dem gestenreichen Riccardo Minasi perfekt begleitet. Schon hier wie auch sonst den gesamten Abend konnte man beim Klangkörper eine ungemein mitreißende Muszierlaune feststellen. So auch bei der Sinfonie Nr. 88 nochmals von Haydn an seinem Wirkungsort, bei der besonders das fröhlich musizierte trippelnde Hauptthema des Finalsatzes Freude bereitete.
Als extremer Kontrast erklang dann „Musica dolorosa“ für Streichorchester von Pēteris Vasks.Ein zeitgenössisches, durch und durch schmerzvollesStück, das der lettische Komponist seiner verstorbenen Schwester widmete und das mit einem leidvollen Klanggeflecht stark berührte.
Und schließlich erlauschte man in festlicher Heiterkeit die in strahlender Verklärung gipfelnde, festliche „Jupiter“ Sinfonie Nr. 41, die letzte von Wolfgang Amadeus Mozart. Vom italienischen Dirigenten mit kontrastreicher Dynamik und teils extrem ausufernden Gesten gesteuert, erlebte man sie als Höhepunkt Mozartscher Sinfonik: Gemäß ihrem Beinamen im strahlenden, lichten Glanz, voller Kontraste und großer Spielfreude.
Großer Jubel für das mitreißende Eröffnungskonzert von Herbstgold, dessen Festival unter dem Motto „Musik-Pulsschlag der Zeit“ mit Ansprachen von Politik und Kunst, darunter Intendant Julian Rachlin begonnen wurde!
Dr. Helmut Christian Mayer
18. September 2026 | Drucken

Kommentare