Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis mit einem faszinierenden Dialog bei den Salzburger Festspielen

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Völlig ausverkauft war das Große Festspielhaus. Was auch kein Wunder war, stand ja auch eine Ausnahmegeigerin auf der Bühne. Denn auch Anne-Sophie Mutter kann als musikalisches Phänomen bezeichnet werden, steht sie doch nunmehr seit 45 Jahren auf der Bühne. Und wie sie musizierte, war schlichtweg ein Genuss: Mit klarer und sauberer Tongebung, präziser technischer und rhythmischer Ausformung spielte die deutsche Spitzengeigerin den ganzen Abend die anspruchsvollen Stücke und faszinierte mit phänomenaler Virtuosität, vielen sensiblen Tönen, vor allem mit extrem ausgereizten und kaum mehr hörbaren Pianissimi sowie mit tiefem Ausdruck.

Einmal mehr erwies sich der Pianist Lambert Orkis, mit dem Mutter schon seit 33 Jahren gemeinsam musiziert, als kongenialer Partner. Er spielte technisch perfekt, unaufdringlich und mit ungemein sensiblen Tönen.

Und all dies hörte man bei drei Sonaten für Klavier und Violine: Eine von Wolfgang Amadeus Mozart in e-Moll KV 304, eine unvergleichlich gute, unterhaltsame, zweisätzige Spielmusik. Obwohl hier noch ein Übergewicht beim Klavier vorherrscht, wurden die Dialoge zwischen den beiden Instrumenten gut genutzt. Bei Ludwig van Beethoven beliebter „Frühlingssonate“, Nr. 5, F-Dur op. 24, wurde der helle, pathetische Schwung ihrer einprägsamen Melodik und die bisweilen hymnisch gesteigerte Lyrik ideal herausgearbeitet. Die große Geste des Werks zeigte sich in fülliger Akkordik, rauschender Figuration und affektbetonter Dynamik. Und letztlich erklang die einzige Klaviersonate von César Franck in A-Dur: Hier kamen der reiche melodische Gehalt, die bezwingende harmonische Farbigkeit für beide Instrumente höchst wirkungsvoll zur Geltung.

Stehende Ovationen! Für den Jubel bedankte man sich mit gleich drei Encores, darunter auch der zündend musizierte, bearbeitete Ungarische Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms.

Dr. Helmut Christian Mayer

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