Wagner Tage Budapest Siegfrieds Kampf bis zu Brünnhilde

Xl_de6daa8f-74ee-4781-849b-8cf52f6115ea Gespannte Stille dehnt sich im Saal, das Licht im Raum geht an und aus bis eine Ansage technische Probleme verlautet. Mit ein paar Minuten Verspätung geht es los, aber irgendwie will dieser Siegfried nicht mehr ins Laufen kommen. Ein viel zu lauter und undifferenzierter Tomász Konieczny als Wanderer fegt martialisch jede Intimität der großen Szene im ersten Akt nieder. Gerhard Siegel bemüht sich redlich als witziger verzwickter Zwerg seinen Kopf zu retten. Da kommt gleich noch Stefan Vinke in der Lautstärke angesteckt als Siegfried zurück. Sehr vereinfacht zerreißt er ein paar Fetzen Papier, die Gebrauchsanweisung für Notung sein Schwert repräsentierend. Dann gibt es Feuerfunken und bestechende Bilder glänzender Klingen zum Schmiedelied. Auch ein echter Amboss steht auf der Bühne, den ein Musiker bedient und als Vertrauter in die Handlung eingebaut wird. Ein Schwert gibt es aber auf der Bühne wieder nicht. Auch im Dirigat strömt es nicht, es bleibt zu laut und Adam Fischer liefert keine Stütze oder Struktur für die Sänger. Auch Loge darf im roten Frack kindlich Feuer spielen. Dafür halten sich Videos im ersten Akt angenehm zurück. Ein roter Vorhang schließt sich vor der Höhle Fafners, Alberich mit seiner Nibelungenmeute trifft auf den Wanderer Wotan. Siegfried träumt von seiner Mutter und der Vorhang öffnet sich und man blickt in einen sonnendurchfluteten Wald. Des Vogels Stimme -höhensicher und klar Eszter Zemlenyi -versteht er noch nicht und der Vorhang schliesst sich wieder. Mit dem Hornruf erwacht Fafner und ein kindlich gezeichneter Drachen wandert über den Bildschirm bevor Notung ihn ersticht und dicke Blutspuren hinterlässt. Mime umgarnt den Helden mit einer Puppenfigur in seinem Antlitz bis dieser symbolisch ermordet wird. Ein nun weißer Vorhang schwebt ins All und Siegfried macht sich auf dem Weg zu Brünnhilde. Wotan und Siegfried treffen sich vor vereister Kulisse und schließlich durchschreitet der Held das Feuer und lernt in einer Einöde das Fürchten. Regiekonzept und musikalische Interpretation werden runder und verbinden sich wieder harmonischer in diesen beiden Akten bleiben aber an Einfällen und Wirkung hinter der Walküre zurück. Allison Oakes gibt Ihr Rollendebüt als Brünnhilde, eine breit angelegte Stimme in Höhe und Tiefe, die auch Phrasierung kennt aber noch keine Brünnhilde ist. Erika Gal erscheint wieder aus dem Hintergrund wie eine zugeschaltete Fernsehmoderatorin und kann die Qualität ihrer Stimme nicht ausspielen. Walter Fink als Fafner und Peter Kalman als Alberich können das vielmehr und zeigen eine klare Rollenzeichnung. Insgesamt kommt dieser Siegfried ans Ziel aber der Weg ist ruppig und zerfranst ohne zu Leuchten. | Drucken

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