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Frühlingsmatinee Heinz Bosl Stiftung Nationaltheater München 8.3.2026
Vielseitigkeit des Balletts eindrucksvoll vom Nachwuchs in München gezeigt
Seit über 40 Jahren widmet sich die Henz Bosl Stiftung der Ausbildung des Ballett-Nachwuchs in München. In alljährlich zweimal stattfindenden Matineen präsentiert sie einem breiten Publikum die Ergebnisse ihrer Arbeit, zugleich als Möglichkeit der jungen Tänzer ihr Können zu zeigen und praktische Erfahrung in Aufführungen zu sammeln.
Im nahezu ausverkauften Nationaltheater können sich die tanzafinen Freunde des Balletts von der hohen Qualität und den außerordentlichen Leistungen überzeugen. In einem fachmännisch zusammengestellten Programm von klassischen Ballett hin zu modernem Ausdruckstanz begeistern die motivierten Stars der Zukunft. Zu Beginn des anspruchsvollen Ablaufs stehen Drei Odalisken aus Le Corsaire - Musik von Adolphe Adam - in der Regie von Marius Petipa (1818-1910). Drei Tänzerinnen der 16 köpfigen Junior Ballett Compagnie vollbringen grazil und graziös vollführten Spitzentanz gespickt mit klassischen.Sprüngen und Schritten.
Wiederum drei Tänzerinnen dokumentieren die bedeutende Entwicklung des Balletts zum Ausdruckstanz mit der Choreografie von Ivan Liska, dem künstlerischen Leiter der Stiftung mit dem Titel 3 Isadoras. Dieses zeigt den revolutionären Stil der Britin Isadora Duncan, die in hängenden flaternden Kleidern und natürlichen Bewegungen Emotionen in enger Verbindung zur Musik ausdrückte.
Mit der Uraufführung von Lida Doumouliakas Chireographie Waltzing through zu Maurice Ravels La Valse begeistert die Ballettakademie der Hochschule für Musik und Theater München. Die Griechin schuf ein zündendes, im Ablauf schnell fliessendes Stück mit hoher Dynamik für eine große Compagnie. In rascher Abfolge wird auf der Bühne ständig aufmarschiert, sich formiert und intelligent kurz verschiedene Pas de deux integriert.
Nach der Pause kommt das kürzlich in Berlin uraufgeführte Werk von Craig Davidson „Framed Freedom“ zur Widergabe. Zu stimulierenden Klängen von Olafur Arnalds , Alice Sarah Ott und Ezio Bosso zieht die gestalterische Ausarbeitung den Betrachter in einen Lichtkanal magisch hinein zu harmonischen raffinierten Interaktionen der Tänzer und Tänzerinnen. Aus den Bewegungen heraus ist Eigenständigkeit in der Auseinandersetzung im vorgegebenen Rahmen ableitbar, den Titel umsetzend.
Mit Marco Goecke choreografiert ein ehemaliger Student der Ballettakademie den Abschluss des Programms, ein Auftragswerk der Bosl Stiftung. Unter dem Titel Devil´s Kitchen - mit des Teufels Küche wird im Sprachgebrauch das Sinnbild für die Hölle umschrieben. Der derzeitige künstlerische Leiter des Balletts der Oper Basel gestaltet zu Klängen der Popgruppe Pink Floyd drei zusammenhängende im dunkel gehaltene Stücke. Soli, Pas de Deux und Compagnie wechseln sich ständig ohne Handlung ab. Beklemmend sind die spastisch wirkenden raschen Gesten von Körper und Händen, die in Tanzschritte übergehen. Martialisch muten die Bilder an. Zuwenig Abwechslung über die Zeit geben das Gefühl einer monotonen Länge.
Mit großem langanhaltendem Beifall bedankt sich das Publikum bei allen Tänzern und Tänzerinnen des gesamten Abends. Die Qualität und künstlerische Perfektion der Mitwirkenden unterstreichen die Leistungen der Ausbildner. München wird weiter ein führendes Ballettzentrum in Deutschland und international bleiben.
Dr. Helmut Pitsch
09. März 2026 | Drucken
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