Viel Kosky mit Rossini garniert - Il viaggio a Reims,Salzburg

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Gioachino Rossini Il viaggio a Reims Salzburger Festspiele 11.8.2026 

Viel Kosky mit Rossini garniert - Il viaggio a Reims,Salzburg

Alljährlich übernehmen die Sommerfestspiele Salzburg die Opernproduktion der Pfingstfestspiele, die von der beliebten Sopranistin Cecilia Bartoli publikumswirksam geführt werden. Dieses Jahr ist dies die Opera buffa in einem Akt und zwei Bildern von Gioachino Rossini Il viaggio a Reims in der Neuinszenierung von Barrie Kosky.

Der Australier ist für schrille, rasch voranschreitende Umsetzungen mit queeren Touch bekannt, aber dabei feinsinnig und psychologisch durchdringend. Dieser Regiestil passt sich auch gut an die Vorlage Rossinis an. Eine bunte vornehme Reisegruppe aus verschiedenen Ländern strandet in einem Landhotel auf dem Weg zu Krönungsfeierlichkeiten in Reims. Schnell ergeben sich ein Kennenlernen und Begehrlichkeiten.

Von Beginn an lässt Kosky das Geschehen mit viel Schwung laufen. Dazu schaltet er eine Tanzgruppe ein, die als Hotelpagen fungieren. Durch eine Drehtür in ein halbrundes leeres Hotelfoyer (Bühne Rufus Didwiszus) werden alle Mitwirkenden wahrlich in die Handlung gespült. Zur Auflockerung werden slapstickartig ein paar Gags inszeniert. Detailliebe wird in die farbigen phantasievollen Kostüme von Victoria Behr gelegt.

Im zweiten Bild erlebt das Publikum das nächtliche Geschehen im Hotelgang vor einer Zimmerflucht, sowie humorvoll auch die entsprechende Bettbekleidung. Türen gehen auf und zu, viel Bewegung zwischen den Zimmern. Langsam finden sich die Pärchen und oft genug gibt es stille Zuhörer. Im letzten Bild wird ordentlich an einer langen Tafel gefeiert. Alle Gäste erscheinen in schwarz, obwohl keine Trauerstimmung angesagt ist. Statt dem Trinkspruch auf den König wird es hier zur Feier für Cecilia Bartoli. "Ceci", wie sie hier genannt wird, springt wahrhaftig aus einer riesigen Bonbontorte im lila schillerndem Kleid und ist so ein markanter Farbtupfer. Die ausgelassene Stimmung springt auf das Publikum über. Der Klamauk ist gut nuanciert.

Das Sängerensemble ist top zusammengestellt aus internationalen Spitzenkräften. Neben Cecilia Bartoli als Corinna, die immer noch ihre Koloraturen fliessen lässt, auch wenn ihre Stimme sich nicht mehr so flexibel ist, zeigt sich Marina Viotti als eine kokette Marchesa Melibea und Melissa Petit als leicht dümmliche modenärrische eitle Contessa di Folleville. Tara Erraught ist eine zurückhaltende auf Niveau und Geist ausgerichtete Madame Cortese. Bei den Herren strahlt Edgardo Rocha als Cavalier Belfiore und Dmitry Korchak schmeichelt mit seinem kräftigen höhensicheren Tenor als Conte di Libenskof. Ildebrando D“Arcangelo ist ein distinguierter englicher Lord Sidney. Florian Sempey ist ein gebildeter Don Profondo und Misha Kiria setzt seine Körpermasse und mächttige Stimme als Barone di Trambanak wirksam ein.

Gianluca Capuano am Pult der Les Musicien de Prince Monaco, dem Orchester der Oper Monte Carlo hält dem üppigen Geschehen auf der Bühne mit kühlen Kopf und ruhigen Takt dagegen und sichert vom Graben Disziplin und Wohlklang. Auch der Choeur de l‘Opera de Monte Carlo (dessen Intendantin Cecilia Bartoli ist) integriert sich mit Spielfreude und bestens einstudiertem Gesang.

In herzlicher Stimmung werden stehend alle Mitwirkenden beklatscht und ein flottes Da Capo heizt nochmals ein.

Dr. Helmut Pitsch

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