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Matinee Eröffnungskonzert Tiroler Festspiele 5.7.2026
Tiroler Festspiele Matinee Feierliche Eröffnung mit großer Symphonik
Im Sommer 1999 formierte sich das Orchester der Tiroler Festspiele. Die Mitglieder stammen mittlerweile aus über zwanzig Ländern und kommen mehrmals alljährlich für die Festspielzeiten in Erl zusammen. Seit 2024 steht Asher Fisch dem Orchester sls musikalischer Leiter vor. Beide bestreiten das feierliche Eröffnungskonzert der diesjährigen Sommerfestspiele im eleganten futuristischen Bau des Festspielhauses.
Als Solist für das Klavierkonzert Nr 25 C Dur KV 503 von Wolfgang Amadeus Mozart wurde Francesco Piemontesi eingeladen. Der Schweizer übernimmt von Beginn an die Führung, setzt die Akzente und lässt die Mozartsche Leichtigkeit durchschimmern. Das Werk zählt zu den großen seiner Gattung und der symphonische Charakter wird hervorgehoben. Mozart eröffnet neue kompositorische Räume, verarbeitet die Morive in Breite und Tiefe und schöpft die Harmonien aus. Der Kopfsatz besticht durch seine Länge und zeigt hier die schöpferische Kunst. Piemontesi vertieft sich in diese Vielfalt, zeigt die Motive in den Variationen. Sein Anschlag ist dezent, er verbindet exzellente Technik mit einem ausgefeilten Interpretationsstil, der spielerische Unbekümmertheit und südländische Spontanität erhält. Im zweiten Satz nutzt er die Ruhe des Andante, um gefühlvolle Durchdringung zu erreichen. Im Finale dominiert das tänzerische Zusammenspiel mit dem Orchester, das Asher Fisch zumeist sehr zurückhält und in der begleitenden Funktion belässt.
Für den begeisterten Applaus bedankt sich Piemontesi mit dem langsamen Satz aus der Sonate KV 331 A-Dur.
Seine dritte Symphonie d moll wollte Anton Bruckner seinem angebeteten Idol Richard Wagner widmen. Dafür besuchte er sein Vorbild auch in Bayreuth. Später überarbeitete er sein Werk und viele Anklänge an die Musik Wagners gingen verloren. Geblieben ist eine Symphonie im Schatten der bekannteren Kollegen wie die vierte Symphonie - die Romantische - oder die siebte. Die kompositorische Reife ist klar erkennbar, wie auch seine Herkunft von der Orgel und Johann Sebastian Bach. Bruckner baut wahrlich seine Symphonien wie ein Gebäude auf. Steigerungen wirken wie natürlich wachsend, einem Ziel entgegen fließend. Feinsinnig entwickelt sich seine Dynamik und klangliche Architekur.
Asher Fisch hat seine Karriere als Operndirigent gemacht. Nunmehr widmet er sich in der Position des musikalischen Leiters der Tiroler Festspiel vermehrt der Symphonik. Schleppend ist der Beginn, der Erster Satz wirkt uninspiriert im Ausdruck. Im folgenden Satz wächst das harmonische Zusammsenspiel und die Deutung bekommt Akzente. Im Dritter Satz steigert sich die Dynamik, Fisch spielt mit Volumen und Lautstärke. Das Orchester der Tiroler ist gut vorbereitet und sicher im Zusammenspiel. Die geforderten Bläser zeigen sich in bester Förm. Die Steicher harmonieren mit romantischem Strich. Im Finale erreichen Orchester und Dirigent eine schwebende Breite und Klangtiefe von besonderer Qualität.
Großer Beifall und viel Zuspruch vom Publikum
Dr. Helmut Pitsch
08. Juli 2026 | Drucken
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