Swing und Rock vom Feinsten im Gärtnerplatztheater

Xl_img_1683 Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Ideen. Eine solche ist sicherlich auch der Abend "Late Night - lets swing" im Gärtnerplatztheater. Titel und Uhrzeit - Beginn um 22 Uhr - lässt einen besonderen Abend erwarten. Der sympathische Tenor Maximilian Mayer lädt zu Klassikern aus dem Swing und Jazz Repertoire. Der gebürtige Regensburger und Mitglied der ortsansässigen Domspatzen gründete neben seinem Gesangsstudium eine Rockband und war deren Frontsänger. Er trat auch als Sänger im Swing und Jazz Repertoire auf. Diese breite Erfahrung, gepaart mit einer professionellen klassischen Gesangsausbildung und charmanten Moderationsbegabung floss in die Gestaltung und Umsetzung dieses schwungvollen unterhaltsamen Abends auf der grossen Bühne des Gärtnerplatztheater. Coronabedingt wird das Publikum mit dem notwendigen Abstand auf der Hinterbühne postiert. Der Vorhang öffnet sich und in ungewohnter Perspektive erlebt der Besucher den Blick in den Zuschauerraum. Vor ihm sitzt der Percussionist Markus Steiner, wie in einer Befestigungsanlage hinter Plexiglasscheiben. Am Klavier übernimmt Andreas Partilla die musikalische Leitung und Stefan Telser zuoft rockige Klänge am Kontrabass. Was so in klassiachen Musikern alles steckt kann jeder an diesem einstündigen Abend in eindrucksvoller Perfektion erleben. Maximilian Mayer lässt seine Beine swingen, spielt gekonnt mit dem Mikrofon, kriecht förmlich in dessen Technik und gröllt mit feinen Nuancen schweren Rock. Als wahrer Entertainer schafft er humoristische Überleitungen in seinem Programm, entlockt dem Publikum Zwischenapplause und muntert zum Mitklatschen und auch zum enthemmten Tanz auf. Ganz folgen die mitgerissenen Zuhörer nicht, aber es herrscht ausgelassene beglückte Stimmung, wenn grosse bekannte Hits wie "I cry a river over you" oder "Fever" mit grosser Stimme bis zum Hauch gesungen werden. Als spezieller Gast swingt ebenso gekonnt Florine Schnitzel, ebenfalls Ensemblemitglied am Gärtnerpkatz, mehrere Nummern mit. Im Affengesang aus dem Musical "Dschungelbuch" entführen die Beiden mit viel Witz und Wortakrobatik. Vom munteren Affen wechseln sie zum romantischen Liebespaar, alles mit der nötigen Distanz. So geht es rund auf der Bühne, Leben und Freude herrscht im verwaisten Haus und lässt die dramatische Realität von Infizierten, Genesenen und Beschränkungen für ein paar Momente vergessen. Das Publikum weiss es zu schätzen und vermittelt mit heftigen Rufen und Pfeifen wahre Rock Athmosphäre. | Drucken

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