Sonya Yoncheva impulsiv und vielfältig auf höchstem Niveau

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Einen Liederabend voller Raritäten präsentiert die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva, die sich in den letzten Jahren an die Spitze gesungen hat. Als Violetta in La Traviata von Giuseppe Verdi feiert sie Erfolge auf der ganzen Welt. Aber ihr Repertoire ist breit gefächert. Auch als Liedsängerin zeigt sie die Flexibilität und den Glanz ihrer Stimme, wie auch ihr darstellerisches Können oder besser Leidenschaft. In der Konzertreihe Canto Lirico der Salzburger Festspiele widmet sie ihr Programm bedeutender italienischer Opernkomponisten von Donizetti bis Puccini, wobei sie Stücke ausgewählt hat, die für kleine private gesellschaftliche Zusammenkünfte komponiert wurden, sogenannte Salonmusik bzw Kammerarien oder Salonromanzen. In der Intimität und musikalischen Gestaltung für Klavier- oder Kammermusikbegleitung eröffnen diese Werke neue Blicke in die Schaffenswelt der Künstler. Begleitet wird sie vom Donizetti Opera Ensemble. Massimo Spadani und Nicola Tassoni Violine, Christian Serazzi Viola, Massimo Repellini Violincello ud Davide Burani an der Harfe. Die fünf Herren verströmen trotz des kleinen Klangkörpers Breite und Klangvielfalt. Gleichzeitig spürt der Zuhörer die vielgepriesene Italianita in Ausdruck und Rhythmik. Spielt das Ensemble das Intermezzo sinfonico von Pietro Mascagni aus der Cavalleria Rusticana oder Jules Massenets Meditation aus dem Oratorium Thais fühlt man sich stimmungsvoll an den Markusplatz in Venedig versetzt, auf Festspielniveau.

Facettenreich gestaltet Sonya Yoncheva die sehr unterschiedlichen Stücke, die in einer Zeitspanne über 100 Jahre entstanden. Leicht und elegant, unterhaltsam volkstümlich und gefühlvoll soll die Wirkung dieser Arien und Lieder sein, dabei stellen sie hohe Anforderungen an die Interpretin. Dunkel und tief liegen die beiden Stücke von Gaetano Donizetti (1797-1848), die einmal in italienischer und einmal in französischer Sprache getextet sind, versöhnlich ist ihr Inhalt. Auch Giuseppe Verdi hat mehrere Sammlungen von Romanzen hinterlassen. Diese frühen Werke sollten seinen Bekanntheitsgrad erhöhen und den Zugang zu den einflussreichen Schichten ermöglichen. Der große Opernkomponist schimmert gut erkennbar durch. Gioacchino Rossini komponierte Lieder für eigene veranstaltete Soireen. Bereits vermögend hatte er früh sein Opernschaffen beendet. In dem Lied L‘invito zeigt er sich als romantischer gefühlvoll Komponist. Unverkennbar ist Giacomo Puccini in seinen Liedern.. Bekannte Melodien aus La Boheme sind ebenso verarbeitet. In Francesco Paolo Tosti vibriert die italienische Gesangs- und Gefühlswelt. Der vielseitige Musiker arbeitete als Gesangslehrer, dessen Karriere bis an den englischen Hof zu Königin Victoria führte.

Dieses breite Spektrum versteht die Sopranistin geschickt zu differenzieren und jedem Lied seinen Ausdruck, seine Aura zu geben. Die Wandlungsfähigkeit der Stimme ist beeindruckend. Daneben führt sie die Musiker mit wenigen Zeichen und  weiß mit wahrlichen Stimmungsausbrüchen, diese und das Publikum mitzureißen. Für den freudigen herzlichen Applaus gibt es zwei Zugaben. Ein Auszug aus La Boheme bringt hier die Opernbühne zum entstehen sowie ein Soiree von Donizetti.

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