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Cappella Andrea Barca Mozartwoche 2026 25.1.2026
Sir Andras Schiff und Cappella Barca - zwei Große nehmen glanzvoll Abschied von der Mozartwoche
1985 trat Sir Andras Schiff erstmals bei der Mozartwoche Salzburg als Solist auf. 1999 begann eine einmalige Zusammenarbeit mit dem Ausnahmekünstler und seinem Orchester Cappella Andrea Barca. In über 35 Konzerten in nunmehr 27 Jahren wurden sie zum spirituellen Fixpunkt des international renommierten Festivals, das sich seinem Namensgeber in dessen Heimat besonders verbunden fühlt.
Nunmehr treten sie in der diesjährigen Mozartwoche zum letzten Mal in einem fulminanten Abschiedskonzert auf. Das Programm ist dem Anlass entsprechend mit professionellem Feingefühl gewählt. In zwei Klavierkonzerten - KV 488 und KV466 - von Wolfgang Amadeus Mozart präsentieren sich Orchester und ihr Gründer, musikalischer Genius und Solist Sir Andras Schiff in perfekter Harmonie und Eintracht. Ein Bösendorfer Konzertflügel begleitet Schiff auf seinen Reisen, das Instrument fällt mit samtenen vollen und präzisen Klang auf, entfaltet wunderbar die Melodien bei der gewohnt raschen aber sicheren Tempowahl. Verfolgt man den Musiker Schiff erkennt man seine Freude am musizieren, am Flügel wird alles fliessend leicht, die technische Perfektion inklusive. Sein Dirigat ist auf Rhythmus und Takt konzentriert, die Musiker kennen seine Wünsche und Anforderungen an die Interpretation. Leicht Unstimmigkeiten in den Einsätzen verlieren sich in der wundervoll unprätentiösen Spiellaune. Der feine Schuss (englischen) Humors und die differenzierte Anschlagstechnik sind legendär.
Zwischen den beiden Klavierkonzerten vor der Pause erklingt noch Joseph Haydn Sinfonie fis moll Hob I:45. Wie könnte es besser sein, ihr Beiname lautet „ Abschiedssinfonie“. Das 1772 entstandene Werk ist bekannt und beliebt für das Finale. In einer Folge von Instrumentensoli verlassen die Musiker nach ihrer Darbietung der Reihe nach den Raum. Auch der Dirigent. Am Ende löscht der Konzertmeister das Licht am Notenpult.
Sehr gelungen verbindet Sir Andras Schiff die Ouvertüre zur Oper Don Giovanni KV 527 ohne Pause mit seinem Klavierkonzert KV 466, welches im Übergang gut passt. Neben den Kadenzen von Ludwig van Beethoven im ersten Satz des Konzertes entwickelt Schiff im Finalsatz eine Verknüpfung der Motive der Ouvertüre und des Konzertes.
Großer emotionaler Beifall wird mit einer ausgedehnten Zugabe am Flügel belohnt.
Dr. Helmut Pitsch
27. Januar 2026 | Drucken
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