Salzburg fischt nach Perlen

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Draussen wütet ein heftiges Gewitter, drinnen im Salzburger Festspielhaus wartet das elegante Publikum auf ihre geliebten Stars in der selten aufgeführten aber umso romantischeren Liebesgeschichte um eine Männerfreundschaft von zwei Perlenfischern, die an der Liebe zur gleichen Frau zu zerbrechen scheint. Vorher gibt es wiederum eine Verzögerung, da das Dach des Hauses dem starken Regen nicht standhält.

Nach einer Viertelstunde warten, darf das Mozarteumorchester unter Riccardo Minasi losstürmen. Er setzt auf Lautstärke und zackige Tempi, erst später wechselt er zu den elegischen romantischeren Klängen die in der Partitur dominieren. Gemeinsam mit dem Philharmonia Chor füllt er immer wieder den grossen Saal randvoll mit Klangvolumen und Dramatik, die ja auch in der poetischen Handlung steckt. Mit dem berühmten Männerduett strömt Wärme in den Saal. 

Altmeister Placido Domingo schafft wieder in der Rolle des Zurigo zu überzeugen. Sicher trifft er wieder die Töne, legt seinen breiten Schmelz erfahren drauf und verdeckt so das hörbare altersbedingte Zittern. Javier Camarenas Tenor ist frisch, hell und jugendhaft weich. Er singt seinen Nadir als einziger auswendig und bringt Gestik in die sonst statische konzertante Aufführung. Aida Garifullina ist die von beiden Männern geliebte schöne Priesterin Leila. Engelsgleich wirkt sie in ihrem weissen Kleid und ihrem silbrig heller Sopran, der schön aber eintönig klingt. Die Koloraturen laufen artistisch präzise, das Liebesduett mit Nadir berührt. Das Publikum feiert seine Lieblinge und belohnt alle euphorisch.

Helmut Pitsch

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