© Opera Incognita
Peter Shaffer Amadeus Opera Incognita München 15.1.2026
München Opera Incognita widmet sich neu dem Schauspiel
Um die Beziehung oder besser die Rivalität zwischen Antonio Salieri und Wolfgang Amadeus Mozart im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts ranken sich viele Geschichten und Mythen. Der eine, zu Lebzeiten ein eitler gefeierter Komponist am Hof Joseph II, der andere zu Lebzeiten ein verkanntes mittelloses Wunderkind und erst posthum als genialer Musiker anerkannt.
Dies ist auch der Stoff für das Theaterstück von Peter Shaffer mit dem Titel Amadeus, welches 1979 in London uraufgeführt wurde. Es erzählt eine fiktive Handlung über die Rivalität der beiden im Rückblick des gealterten Salieri 1823 auf das Jahr 1781 und folgende. Es ist eine Selbstanklage und bitteres Geständnis eigener Selbstzweifel und eine Auseinandersetzung mit dem Göttlichen. 1984 verfilmte Milos Forman das Drama höchst erfolgreich.
Nun widmen sich das Bayerische Künstlerduo und Gründer der unabhängigen privaten Operncompagnie Opera incognita, der Regisseur Andreas Wiedermann und der Komponist Ernst Bartmann einer Neuinszenierung am Deutschen Theater in München. Bekannt und beliebt sind die beiden für ihre stimmungsvollen Operninszenierungen unbekannterer Werke an außergewöhnlichen Orten.
Hier betreten sie mit der Umsetzung des Schauspiels neue Wege. Wiedermann orientiert sich stark an der filmischen Vorlage. Viele Szenen mit dem immer wieder unflätigen heissblütigen Mozart, hier erfrischend von Helena May Heber gespielt, erinnern stark an Formans Vorlage. Die wenigen musikalischen Einlagen, geführt und kreiert von Bartmann am E Piano vom rechten Bühnenrand, zünden nicht wirklich. Martin Schülke ist ein überzeugender wandlungsfähiger Antonio Salieri. Dessen süsse Leidenschaft und bigotte Gläubigkeit sind raumgreifend. Carolin Ritter mimt eine selbstbewusste kämpferische Constanze Weber, die ihren geliebten Ehemann Wolfgang Amadeus Mozart tatkräftig bis zur Selbstaufgabe unterstützt. Anja Neukamm als Graf Orsini Rosenberg, seinerseits Direktor der Hofoper und Robert Gregor Kühn in der Doppelrolle des ehrenwerten Freimaurers Van Swietwn und des leicht dümmlichen Joseph Ii Kaiser von Österreich runden gut gespielt das Ensemble auf der Bühne ab.
Insgesamt ein unterhaltsamer Abend der die originelle Kreativität von Wiedermann und Bartmann nicht erkennen lässt und gegenüber anderen musikalisch geprägten Produktionen zurückbleibt.
Herzlicher Beifall im nur mässig besetzten Saal.
Dr. Helmut Pitsch
19. Januar 2026 | Drucken
Kommentare