Fürstliche Klänge in fürstlichem Ambiente - Konzerte auf Schloss Esterhaza iin Ungarn

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Haydneum Konzerte Esterhaza Fertöd 31.8.2026

Fürstliche Klänge in fürstlichem Ambiente - Konzerte auf Schloss Esterhaza iin Ungarn

Das ungarische Adelsgeschlecht Esterhazy und die Komponisten der Wiener Klassik, insbesondere die Brüder Joseph und Michael Haydn sind in der Geschichte eng verbunden. Das in der zweiten Hälfte das 18. Jahrhundert errichte Rokokoschlöss Esterhaza in Fertöd hat wie kaum eine andere Stätte die Idylle und den Geist dieser Zeit erhalten. Im Süden des Neusiedlersees in den Ausläufern der panonnischen Tiefebene gelegen besticht das Sommerschloss des Adelsgeschlechts mit seiner Einfachheit und architektonischen Harmonie. Das Weltkulturerbe wurde liebevoll restauriert und ist die Heimat verschiedener Konzertreihen des Haydneum, einer Kulturinstitution in Budapest mit dem größten Archiv von Originalkompositionen von Joseph Haydn, der als Hofkapellmeister in Esterhaza wirkte.

Der Apollosaal dient als prächtiger aber intimer Konzertsaal mit verspielten goldglasierten Stukkaturen, Spiegeln und strahlendem Kristallluster Auch Wolfgang Amadeus Mozart hatte Verbindung zu verschiedenen Mitgliedern der Esterhazy und wurde auch von einzelnen gefördert. Eine Anstellung aber gab es nicht. Mit 17 Jahren schuf er die dreisätzige Symphonie in G -Dur als KV 199 geführt. Das Werk steht in der Tradition der Wiener Klassik, erfreut mit schwungvollen leichten Themen, die vielfach wiederholt und variiert werden.

Die Capella Savaria hat sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben. Auf Originalinstrumenten begeistern die Musiker mit ihrem erfrischenden leicht fliessenden Zugang zur Komposition des jungen Mozart. Weich und transparent bleibt der warme Klang der alten Instrumente, die Freude am Musizieren ist den ungarischen Künstlern ins Gesicht geschrieben. Zsolt Kallo Ist der künstlerische Leiter des Kammerensembles und führt als Konzertmeister von der ersten Violine mit Umsicht aufmerksam und regem Blickkontakt.

Im folgenden Hornkonzert Nr 1 in D-Dur Hob VIIId3 von Joseph Haydn überzeugt Daniel Palkovi als Solist. Durch Lippenvibration werden hier die Töne erzeugt und auch in ihrer Untetschiedlichkeit geprägt. Sowohl die Tonleiter als auch die Lautstärke wird so variiert. Zur Färbung wird eine Hand mitunter in den trichterförmigen Auslass geführt. Wahrhaft artistisch ist die Spielweise und verlangt Routine und technische Fertigkeit. Auch hier wirken die drei Sätze harmonisch ineinander mit größer angelegten solistischen Einlagen. So, aber auch im Wechselspiel mit verschiedenen Instrumentengruppen kommt das Horn und sein unverwechselbarer Klang sehr präsent in der Stimmführung zum Ausdruck. Pastoral bis zur fanfarenartigen Jagd wirken die vermittelten Naturstimmungen.

Nach der Pause erklingt ein Werk des eher selten gespielten jüngeren Bruders von Joseph Haydn Michael Haydn. Er war 43 Jahre im Dienst des Salzburger Erzbischof und Nachfolger von Wolfgang Amadeus Mozart als Organist in der Dreifaltigkeitskirche ebendort. Er hinterließ ein umfangreiches Werk. Hauptsächlich handelt es sich um sakrale Werke aber auch 41 Symphonien und einige Instrumentalkonzerte.

Seine Symphonie No 19 in D Dur P 11 MH 198 steht zu Untecht im Schatten, denn die kompositorische Reife zeigt sich in der Ausgewogenenheit der vier Sätze, im klassischen Stil der Sonatenform gehalten. Ein Allegro eröffnet mit Schwung und erwartungsvoller Haltung, bevor im Andante schmeichelnd beruhigt wird und zu einem sehr tänzerischen Menuett überleitet, das von einem volkstümlichen Thema gehalten wird. Ein eilendes aber nicht gehetztes Finale überstrahlt den freundlich heiteren Abend.

Herzlicher, kräftiger Beifall im ausverkauften Saal.

Wie eine natürliche Fortsetzung der Musik wirkt der Spaziergang durch die gepflegte Gartenanlage bevor man das reich geschmückte Eingangstor durchschreitet.

Dr. Helmut Pitsch

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