Frida Kahlo in Innsbruck - eine getanzte Lebensgeschichte die berührt

Xl_img_1389 Ausverkauft prangert zumeist auf den Ballettvorstellungen in der Tiroler Landeshauptstadt. Der talentierte Catalane Enrique Gasa Valga hat in dem rauhen gebirgigen Land eine wahre Ballettmanie mit seinen künstlerisch ausgefeilten und ästhetischen Choreografien ausgelöst. Dabei erarbeitet er mit seinen unterschiedlichsten Aufführungen klassischr Ballette, Musicals und selbst gestaltete Tanzabende. So auch in den aktuell laufenden Vorstellungen von Frida Kahlo - nueva pasion. Die Produktion über das tragische, inhaltsreiche Leben der mexikanischen Malerin wurde 2013 mit dem österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet und jetzt für das neu formierte Ensemble überarbeitet. Frida Kahlo wurde 1906 als Tochter einer Mexikanerin und eines deutsch ungarischen Auswanderers in Mexiko geboren. Durch eine Polio Erkrankung mit 6 Jahren und einem schweren Busunfall mit 18 Jahren wurde sie in jungen Jahren körperlich schwer für ihr weiteres Leben gezeichnet. In der Folge entwickelte Frida für sie eigene Traumwelten wie eine eigene Freundin als Doppelgängerin und ihre Begeisterung für das Malen. Unglücklich und exzessiv verlief auch ihre grosse Liebe mit dem ebenso berühmten mexikanischen Maler Diego Rivera. Dieser lebte und liebte intensiv, worunter die labile Frau litt und kämpfte. Eigene Liebschaften wurden ihr unter anderem mit Leo Trotzki oder Josephine Baker nachgesagt. Mit nur 47 Jahren verstarb Frida Kahlo und seither blüht ihr Mythos unter anderem in Hollywood Filmen oder auch in dem Ballett in Innsbruck. Ihre Lebensgeschichte liefert so viel Stoff für eine künstlerische emotional getriebene getanzte Interpretation. In 14 Bildern zeichnet Gasa Valga Szenen aus dem Leben nach. Die Musik vom Band besteht aus ausdrucksstarken mexikanischen Liedern, französischen Chansons oder amerikanischen Musical Hits, den einzelnen Stationen und Gefühlen nachempfunden. Rasch im Fluss und mit Schwung bildet die Choreographie ihrerseits die Inhalte um. Sie konzentriert sich auf intime Szenen aus den inneren Stimmungen Fridas, in denen auch die geträumte Freundin die leidende Frau begleitet. Geschmeidig gestalten die beiden feingliedrigen zarten Fridas Maria Pilar Sanchez und Lara Brandi mit eleganten weichen Bewegungen ausdrucksstark Verzweiflung, Enttäuschung, Leid, Vaterliebe und Todesahnung. In zahlreichen Pas de deux zeigt Gasa Valga klassisch anmutendes Ballett mit ausgefeilten Tanzschritten, modernen Figuren, Stepptanz oder artistischen Tritten verbunden sprachlichen Elementen des des zeitgenössischen Tanztheaters. Wiederum ein grosser Erfolg beim Publikum, das kräftig seine Begeisterung zeigt. Weniger Begeisterung kommt für das neue Haus der Musik in Innsbruck auf, in dessem Keller sich nun die Kammerspiele befinden, der Aufführungsort des Ballettabends. Im Oktober 2018 wurde das 62 Millionen Euro teure Kulturzentrum eröffnet. Nunmehr trohnt ein schwerer schmuckloser schwarzer Koloss wenig ansprechend in der Stadtmitte und scheint das angrenzende Landestheater zu verschlingen. Bedauerlicherweise wurde wenig Augenmerk auf ausreichende Publikumsflächen und Orientierung gelegt. Dr. Helmut Pitsch Copyright Rupert Larl | Drucken

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