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Neujahrskonzert Tiroler Festspiele Erl 1.1.2026
Erfrischend differenzierte Klänge in Erl zum neuen Jahr
Mit einer Reise von Ungarn in die Kaiserstadt Wien bestreiten die Tiroler Festspiele ihr diesjähriges Neujahrskonzert. Am Pult des Orchesters der Tiroler Festspiele steht der Koreaner Beomseok Yi, der für den verletzten musikalischen Leiter der Festspiele Asher Fisch eingesprungen ist.
Der Koreaner ist bereits seit 2016 bei den Tiroler Festspielen tätig. Er beeindruckt mit einer intensiven Auseinandersetzung der im Programm gelisteten Werke und erarbeitet mit den höchst konzentrierten Musikern interessante neue Hörerlebnisse. So werden zu Beginn die oft galoppierenden Ungarischen Tänze von Johannes Brahms zu wahren Tondichtungen. Vier Beispiele wurden ausgewählt, die mit rhythmischen Schwung und differenziertem Ausdruck zum Besten gegeben werden.
In der folgenden Ungarische Rhapsodie Nr 2 cis moll und zwei Episoden aus Faust nach Nikolaus Lenau von Friedrich Liszt wird weiter sehr gestalterisch musiziert. Dabei wechseln Tempo und Lautstärke immer akribisch ab. Der junge Koreaner steht elektrisierend vor dem Orchester mit sportlich großen Gesten - nicht ohne entsprechende Wirkung.
Nach der Pause findet der Einstand in Wiener Walzerrhythmen mit der Ouvertüre zur Operette Der Opernball von Richard Heuberger, einem Zeitgenossen der Strauß Dynastie statt. Von Johann Strauß sind dessen Ouvertüren zu Eine Nacht in Venedig und Der Zigeunerbaron zu hören.
Auch humoristische Einlagen fehlen nicht in diesem munteren hörenswerten Konzert. So schäkern Konzertmeister und Dirigent zum Beginn der Pizzicato Polka über den Einsatz des Bogens. Besonders stimmungsvoll wird es mit dem Zitherspieler Hans Berger mit den Klängen zu Geschichten aus dem Wienerwald von Johann Strauß. Zum Abschluss wird mit derssen Tritsch Tratsch Polka nochmals flott aufgespielt.
Mit einer Wiederholung von zwei ungarischen Tänzen wird das begeisterte Publinum nach Hause in ein glückliches neues Jahr geschickt.
Dr. Helmut Pitsch
02. Januar 2026 | Drucken
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