Eine kulturelle Institution von Weltrang zeigt sich unverändert jung und frisch nach 525 Jahre

Xl_140523wiener_s_ngerknaben_ © Helmut Pitsch

Festkonzert 525 Jahre Wiener Sängerknaben Musikverein 14.5.2023

Eine kulturelle Institution von Weltrang zeigt sich unverändert jung und frisch nach 525 Jahre

Hinweise lassen vermuten, dass es schon im Mittelalter am Hof der Habsburger Sängerknaben gab. Gesichert ist das Jahr 1498, als Kaiser Maximilian I die Residenz der Habsburger nach Wien verlegt und Hofkapelle und Sängerknaben fest installiert. Die Institution hat sich rasch verankert und eine bedeutende Stellung im Kulturleben Wiens und mit internationalen Tourneen mittlerweile weltweit ersungen. Seit 1926 sind über 1000 Tourneen dokumentiert und die Bekanntheit und Anerkennung rund um den Globus ist beispiellos. So sind die ständig rund 100 umfassende legendäre Chorinstitution ein wichtiges österreichisches Kulturgut und Werbeträger für die Kulturnation Österreich.

Zur Jubiläumsfeier im prachtvollen goldenen Musikverein zeigen die Wiener Sängerknaben höchste Gesangskultur, Stimmtechnik und perfekt abgestimmten Chorgesang. Aussprache, Melodieführung, Vokallaute, Fermate verschmelzen zu einem großen Klang, der die stimmlichen Nuancen der Stimmlagen schimmern lässt. Mit Präzision und intensiver Vorbereitung erreicht die Darbietung höchstes Niveau der Gesangskunst. Mit Leichtigkeit wird eine Einheitlichkeit erreicht und gehalten. Mit wunderbarer Lockerheit an Volumen und Lautstärke gedreht. Der Klang der jungen Knabenstimmen vor dem Stimmbruch ist Gütezeichen und Bestimmungsmerkmal der ursprünglichen Existenz in einer Zeit, in der weibliche Opernrollen von Knaben, Counter oder Kastraten gesungen wurden. Zur Unterstützung treten mit den Sängerknaben der Chorus Primus, die Wiener Chormädchen, derChorus Juventus sowieViennensis auf.

Das Programm ist eingangs der Zeit der Gründung in der Renaissance gewidmet, mit Stücken von Josquin Desprez oder Claudio Monteverdi. Weiters erklingt das Venite populi KV 260 von Wolfgang Amadeus Mozart, das Salve Regina von Antonio Salieri und Joseph Haydns Insanae et vanae curae Hob XXI 1.

Nach der Pause sprüht gehaltvoll die Romantik mit dem Bravourstück Ecce sacerdos magnus WAB 13 und Virga Jesse WAB 52 von Anton Bruckner. Mitreissend folgt eine außergewöhnliche Adaption von Franz Schuberts Erlkönig DV 328. Hier zeigen die jungen Stars ihre Brillanz und routinierte Auftrittskultur wie auch in Wolfgang Amadeus Mozarts arrangierter „Eine kleine Nachtmusik“ Serenade G Dur KV 525. Große Begeisterung erzeugt eine schwungvolle Jazz Darbietung, wo auch fleißig vom Publikum mitgeklatscht wurde.

In ihre Heimat Wien kehren die Sängerknaben abschließend mit zwei Stücken der Strauß Familie zurück, der Matrosenpolka von Joseph Strauß und dem Kaiserwalzer opus 437 von Johann Strauß.

Mit Joseph Senftl feierlichem Geläut zu Speyer eröffnet und endet der glanzvolle Festakt in großer Besetzung.

Standing Ovations wohlverdient im ausverkauften Saal. . 

Dr. Helmut Pitsch

 

 

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