Berauschende Klangwelt mit den Filarmonica della Scala beim Enescu Festival

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George Enescu Festival Filarmonica della Scala

Berauschende Klangwelt mit den Filarmonica della Scala beim Enescu Festival

Ein zweites Mal beglücken die Philharmoniker der Scala das zahlreich erschienene kulturinteressierte Publikum von Bukarest. Erfreulich ist das Interesse einer großen Schar junger Konzertbesucher, internationale Gäste sind kaum bemerkbar, pandemiebedingt scheint der Festivaltourimus im Stillstand zu verweilen, trotz strenger Sicherheitsregeln und Impfung. Das Orchester tritt wieder mit Maske und Pflichtabstand zwischen den Musikern an. Das Podium des großen Konzertsaales, eine umgewandelte Kongress- und Sitzungshalle, bietet ausreichend Platz.

Die Pflege des Werkes von George Enescu ist eine wesentliche Aufgabe und Leistung des gleichnamigen Festivals. Die eingeladenen Orchester sind aufgefordert, auch dessen Kompositionen zu spielen. So beginnt das Filarmonica della Scala unter Führung von Andrés Orozco-Estrada mit dessen Suite Nr 1 op 9. Die Streicher dominieren über weite Teile mit sattem romantischem Klang mit impressionistischen Anleihen. Im dritten und letzten Satz werden Steigerungen ausgearbeitet und auch Stimmen überlagert. So erhält das Werk Aussagekraft und Gestaltungsmöglichkeit für die Musiker. Die Bläser stellen sich deutlich gegenüber den Streichern auf und es herrscht Wechselspiel und das Thema wird variert. Leise und leicht wird es wieder im Finale.

In kleiner Besetzung verweilt das Orchester für das Violinkonzert Nr 3 G Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Solist Julian Rachlin lässt sich vom Orchester taktvoll begleiten, Dirigent und er sind in nahem Kontakt um die Stimmen gehaltvoll zusammenzuführen und den Spannungsbogen zu halten. Immer wieder wendet sich Julian Rachlin zu den verschiedenen Orchestermusikern, um sich abzustimmen. Es gelingt bestens, frisch und leicht. Gerade diese Wirkungselemente sind anspruchsvoll in der Ausführung der anspruchsvollen Partitur. Die Kadenzen meistert Julian Rachlin virtuos . Eine strahlende Interpretation des bekannten und beliebten Werkes gelingt.

Als Abschluss besticht Orchester und Dirigent mit einer mitreißenden Darbietung von Antonin Dvoraks Symphonie Ne. 9 e moll op 95 "Aus der neuen Welt", sein wohl berühmtestes Oeuvre. Perfekt gelingt die musikalische Ausgestaltung, wohl dosiert werden die Lautstärken gewechselt,sensibel die Fortissimi. Elegisch werden die eingängigen Melodien in feinem Legato geführt. Die Reise bleibt in bester Erinnerung. Zurück nach Italien und in die Heimat führt die bravurös gespielte Ouvertüre zur Oper „die diebische Elster“ von Gioacchino Rossini als großzügige Zugabe. Ein großer Abend für das Festival.

Dr. Helmut Pitsch

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