© Geoffrey Schied
Münchner Opernfestapiele La Morte d‘Orfeo Prinzregententheater 25 Jahre Monteverdi Continuo Ensemble
Barocke Tradition in München glanzvoll gefeiert
Unter der Intendanz von Sir Peter Jonas von 1993 bis 2006 entwickelte sich die Bayerische Staatsoper zu einem Zentrum der barocken Oper. Poppige lebendig erfrischende Produktionen zumeist unter dem Dirigat von Ivor Bolton fanden großen Zuspruch beim Publkium als auch bei den Musikern des Bayerischen Staatsorchesters.
Aus dessen Reihen bildete sich 2001 eine Gruppe, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieb und sich den Namen Monteverdi Continuo Ensemble gab. Mit einem Festkonzert zu Beginn der Opernfestspiele wird dessen 25 Jahre Jubiläum gefeiert. Von der musikalischen Leiterin Friederike Heumann wurde ein Festabend mit ausgewählten Musikstücken unter dem Titel La Morte d’Orfeo konzipiert. Entstanden ist eine barocke Miniaturoper in zwei Akten, die vom Leben und Tod des griechischen Helden handelt. Zahlreiche Komponisten der Barockzeit, italienische Zeitgenossen des Schöpfers der Oper Claudio Monteverdi, greifen diese mystische Heldengeschichte, das Wirken, seine magische Lyra sowie seine Begegnung mit Euridike in der Unterwelt und seinen Tod auf.
Vier Protagonisten kommen von Bariton Mauro Borgioni in dieser konzertanten Aufführung zu Wort. Die ausgewählten Gesangs- und Konzertnummern sind auch beispielhaft für die Entwicklung der Oper. Vom Sprechgesang, z Bsp in der Rolle eines Erzählers über solistisch begleitete Rezitative gelangt der Abend zu ersten durchkomponierten Arien mit kammermusikalischer Begleitung. Birgioni zeigt sich hier sehr verwandlungsfähig, stilsicher im Ausdruck und insbesondere farbenfroh im Ausdruck. Die vorherrschend ruhige getragene Stimmung der Musikstücke versteht er mit sprachlichem und minischen Ausdruck expressiv umzusetzen. Gut verständlich, mit klarer Diktion und abgewogenen Tempi und Volumen kann er zu fesseln.
Das Monteverdi Continuo Ensemble zeigt sich ebenso souverän und ausdrucksstark mit ihren historischen Instrumenten. Friederike Neumann wirkt an der Viola da Gamba und Lirone. Neben Margret Köll an der Barockharfe und Michael Fremuth an Theorbe und Gitarre bildet sie musikalisch die Lyra ab, welche Orfeo magische Kräfte mit ihrem Klang verlieh. Barockviolinen, Orgel, Cembalo und Schlagzeug sind die weiteren Mitwirkenden. Es gelingt ein hochkarätiger abwechslungsreicher Abend in einer fließenden Aneinanderreihung von stimmungsvollen und harmonisch passenden Werken, der vom Publikum begeistert aufgenommen wird.
Eine spritzigevZugabe entlässt die zufriedenen Besucher in einen warmen Sommerabend.
Dr. Helmut Pitsch
03. Juli 2026 | Drucken
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