Abschluß in Salzburg - Perfekte Technik mit hoher Sensibilität Yuja Wang und Wiener Philharmoniker

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Wiener Philharmoniker Salzburger Festspiele 30.8.2026

Abschluß in Salzburg Perfekte Technik mit hoher Sensibilität Yuja Wang und Wiener Philharmoniker

Zum Abschluss der diesjährigen Festspielsaison stehen nochmals Künstler der Spitzenklasse auf dem Podium des Salzburger Festspielhauses. Andris Nelsons leiter am Pult der Wiener Philharmoniker mit Yuja Wang als Solisten das Konzert für Klavier und Orchester Nr 2 g moll op 16 von Sergeij Prokofijew. Die US Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln ist ein routinierter Medienstar, der sich miit ihrem persönlichen Kleidungsstil Kultstatus erworben hat, aber immer noch vordringlich als Ausnahmekünstlerin geschätzt wird.

Auf hohen Absätzen und Plateausohlen tritt sie im hellgrünen schulterfreien Abendkleid sichtlich gut gelaunt auf. Mit Verve und Energie beginnt die charismatische Künstlerin das sehr anspruchsvolle Konzert mit einer Frische und ansteckenden Direktheit, nachdem das Thema von den Streichern vorgestellt wurde. Das viersätzige Werk wurde 1913 mit dem Komponisten am Klavier uraufgeführt und teilte das Publikum in Ablehnung und Begeisterung. Hier im Saal gibt es für Wangs grandiose souveräne Darbietung großen Jubel. Beeindruckend ist der sehr locker geführte Anschlag, der nuanciert auch den Klang auffächert. Fließend ohne Anstrengung durchwandert sie die technischen Finessen, auch im beachtlichen Tempo. Das Orchester reisst sie ebenso mit und tritt in ausgefeilte Wechselspiele mit Solisten.Andris Nelsons folgt ihrer Interpretation, lässt das Klavier gut durchdringen und untermauert immer wieder breit den Solipart.

Sichtlich beglückt bedankt sich Yuja Wang  beim Publikum mit drei Zugaben. Basierend auf einem Thema von Johann Sebastian Bach, dem Einmarsch der Torrerros aus Georges Bizets Carmen und dem Marsch Alla Turca von Wolfgang Amadeus Mozart trumpft Wang mit packenden jazzigen Improvisationen auf, die die Vieöseitigkeit und das Können der Künstlerin unternauern.

Nach der Pause zeigen dies ebenso mitreißend die Wiener Philharmoniker. Unter Andris Nelsons präsentieren sie zwei sehr gefühlvoll durchdrungene Interpretationen von Richard Strauss Tondichtungen. 1886 fand die Uraufführung von Don Jusn op 20 Tondichtung nach Nikolaus Lenau für großes Orchester in Weimar statt. Die Eroberungslust und - Künste verpackt Strauss in prägnanten Themen und deren Verarbeitung. Nelsons malt diese in seinem Dirigat nochmals sehr sensibel akzentuiert heraus, sodass viele Feinheiten der Partitur ein wahrhaft hörbares Bild ergeben.

Ebenso sitzt dem Orchester und dem Dirigenten ein schalkhaftes Vergnügen beim Vortrag von Till Eulenspiegels lustige Streiche op 28 in den Gluedern. Die nach einer alten Schelmenweise in Rondoform für großes Orchester gesetzte Tondichtung folgt musikalisch der klassischen Tradition. Transparent und nahezu kammermusikalisch verfolgt der Zuhörer das neckisch närrische Treiben. Nelsons illustriert die Begebenheiten mit Charakter und Spielfreude.

Großer Jubel auch hier im Saal und ein sehr herzliches anerkennendes Dankeschön des Dirigenten an das Orchester.

Dr. Helmut Pitsch

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