25. Auflage des George Enescu Festival- Dokument des kulturellen Überleben

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25. Auflage des George Enescu - Dokument des kulturellen Überleben Die Geschichte des Festivals ist ein Spiegel der rumänischen Geschichte und der politischen Entwicklung Europas. Am 4. September 1958 fand es das erste Mal statt. Der Tod des international anerkannten und geschätzten vielseitigen rumänischen Musikers George Enescu 1955 im politischen Exil in Paris rief die kommunistische Regierung in Bukarest auf den Plan, daraus gesellschaftspolitisches Potenzial zu generieren. Internationale Künstler traten auf, schlugen eine künstlerische Brücke zwischen Ost und West, Kommunismus und Marktwirtschaft. Aber auch kritische, konfliktbeladene Momente schlichen sich immer wieder ein. Der kulturell interessierten und aufgeschlossenen rumänischen Bevölkerung stillte es den Durst nach Musik und Kunst.

Das Werk Enescus als auch die zeitgenössische Musik nimmt seit Beginn einen strategischen Teil des Programmes ein. Die fortwährende Präsenz und die Teilnahme zahlreicher großer Künstler bezeugt die Qualität und Bedeutung des Festivals und die innewohnende Kraft der Kunst und Kultur über politische Regime hinweg. Die Wiener Philharmoniker und Herbert von Karajan waren Botschafter der ersten Stunden wie Yehudin Menuhin, der berühmteste Schüler Enescus oder David Oistrach, Sir John Barbirolli, Lorin Maazel und Zubin Mehta und viele weitere. Ein Meilenstein für die Werkpflege George Enescus wie auch für den Stellenwert des Festivals waren die rumänischen Erstaufführung seiner einzigen Oper Oedipe oder Claude Debussys Pelleas und Melisande. Schwer war der Rückschlag unter dem Regime Nicolae Ceausescus von 1971-1989. Die ideologische Entwicklung und wachsende wirtschaftliche Probleme wirkten auf die Dauer und das Programm des Festivals.

Aber Weltstars wie Grace Bumbry, Elisabeth Schwarzkopf, Philippe Entremont oder die amerikanische Ballettcompany Alvin Ailey waren wertvolle Unterstützung. Professionelle Musikmanager und anerkannte Künstler als künstlerische Leiter kennzeichnen die Wiederbelebung seit 1991. Ludovic Spiess, Ioan Holender, Yehudi Menuhin, Zubin Mehta und nunmehr Vladimir Jurowski um nur einige zu nennen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor der letzten Jahre war die administrative Führung des Festivals durch Mihai Constantinescu und seiner Gesellschaft Artexim. Vielleicht ein Modell für andere Festivals. Zwei Pfeiler kennzeichnen dieses außergewöhnliche Festival - hohe Qualität und erstklassige Orchester aus der ganzen Welt. Das Festival ist so der Schlüssel der rumänischen Bevölkerung zum internationalen Kultur- und Musikgeschehen und unterscheidet sich eklatant vom laufenden Kulturbetrieb des Landes. Auch die Pflege des Werkes George Enescu ist zum essentiellen Baustein geworden und mittlerweile sind eine Vielzahl seiner Werke Programmbestandteile der meisten Gastorchester. Das Jubiläum wird kräftig gefeiert. Über vier Wochen dauert es dieses Jahr und 25 Orchester werden zu Gast sein. Herausragende Aufführungen sind zu erwarten und im besonderen wird auch das Werk Igor Stravinskys gewürdigt dessen Tod sich dieses Jahr zum 50. mal jährt.

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