Szenen aus Goethes Faust - Szenen aus...

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Allgemeine Informationen

  • Komponist :Robert Schumann
  • Librettist :Robert Schumann
  • Entstehungsjahr :1862
  • Entstehungsort :Deutschland
  • Anzahl der Akte :3
  • Original Sprache :Deutsch
  • Opernhaus der Original Produktion :Oper der Stadt Köln

Beschreibung des Werkes

Beschreibung Teil 1 Teil 2 Teil 3

"Kennen Sie mein Gebet als Künstler von morgens bis abends? Es nennt sich die deutsche Oper. Sie muss realisiert werden." Man erwartet keine so geartete Zuversicht seitens Robert Schumann (1810-1856) und wenige Musikkenner denken daran, seine einzige Oper Genoveva (1850) zu erwähnen. War das Klavier sein Instrument des musikalischen Ausdruckes, so war das Lied seine Leidenschaft. Dieser grosse Bewunderer der Zauberflöte hat 23 mögliche Handlungstoffe untersucht, um sich für eine Oper inspirieren zu lassen. Seine Opernambitionen bleiben bei seinen Kantaten und Oratorien stecken, wie auch die Szenen aus Faust, welche Schumann niemals selbst in seiner Gesamtheit erlebte, da sie erst 1862 von seinen treuen Freund Ferdinand Hiller in der Gesamtheit geschaffen wurden, sechs Jahre nach seinem Tod. "Man muss Goethe sein, um Goethe zu verstehen" schrieb Robert Schumann, der Faust schon aus seiner Jugend kannte. Wie dieses Schauspiel in Musik giessen, welches Goethe selbst als "unaufführbar" qualifizierte?
Berlioz (Faust Verdammnis,1846), Liszt (Faust Symphonie, 1857), Gounod (Faust,1859), Boito (Mefistofele, 1868) oder noch später Busoni (Doktor Faustus, 1925), die Liste derer ist lang, welche es wagten, sich mit diesem Meisterwerk musikalisch auseinanderzusetzen, welches Goethe 1771 mit 22 Jahren begonnen und 1831, mit 82 Jahren beendet hatte.

Schumann wird seine eigenen moralischen Leiden in die Gestalt des Faust übertragen, welcher er entschieden hatte eine grosse Oper zu widmen, sein opus magnus. Die Entstehung der Szenen aus Faust dauert von 1844 -1853 im Wechsel von künstlerischer Inspiration und psychischer Krisen, welche den Musiker ereilten. Den Text hat er selbst aus 1200 Versen Goethes geschaffen. Alle malerischen Elemente wurden zugunsten der Spiritualität gestrichen. Schumann wählt nur eine Stimmlage, den Bariton für Faust, für Mephistofele, seinem unheilvollen Doppelgänger, und für Doctor Marianus, seinen zurückgekauften Doppelgänger. Ausgehend von dem Mythos der absoluten Kenntnis, ist es das Thema der Erlösung, welcher eine besondere Resonanz in der gebeutelten Seele des Komponisten widerfährt. Schumann beginnt mit Fausts Verkärung (Teil III), welche auf Faust II fusst. Der Erfolg dieses ersten Schrittes im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Goethe 1849 spornt Schumann zum Weitermachen an und er verfasst den ersten Teil, danach den Zweiten 1850. Die Ouvertüre wird erst drei Jahre später fertiggestellt und das gesamte Werk am 13. September 1853 seiner Gemahlin Clara zum Geburtstag übergeben werden.
Schumann wählt eine fragmetarische, vielsagende und rätselhafte Form, welche ein nicht klassifizierbares und offenes Werk hervorbringt, ein literarisches Oratorium, dessen dreizehn Szenen, verteilt auf drei Teile, keine musikalische noch dramaturgische Einheit erkennen lassen. Vielmehr erinnert der Aufbau an einen numerischen und architektonischen Symbolismus in Anlehnung an Bach. Die Schönheit der Soli, sowie die zahlreichen Chorszenen werden von einer überraschenden orchestralen Entwicklung begleitet, um die mystische Poesie Goethes einzufassen. Der Einfluss Mendelssohns, mit dem Schumann sehr verbunden war, ist im dritten Teil spürbar, während der zweite Teil Züge Wagners zeigt. Brahms setzte sich mit der Aufführbarkeit des Werkes in seiner Gesamtheit auseinander. Heute noch wird dieses ambitionierte Werk als schwer zugänglich angesehen und bleibt unberechtigt unbekannt.

Teil 1

Die drei ersten Szenen sind aus dem Faust I von Goethe entnommen und handeln von Gretchen, die Faust hilft, das Paradies zu erreichen. Dieser erste Teil stammt von 1849.

1. Gartenszene

Faust stösst auf Gretchen und wir erleben die Geburt deren zärtlicher Liebe.

2. Gretchen vor dem Bild der Mater Dolorosa

Gretchen zieht sich zurück und spricht ein bestimmendes Gebet an die Jungfrau : Vergebung! Rette mich vor Versuchung und dem Tod!

3. Szene im Dom

Das ist die bestausgeführte Szene des ersten Teiles und die eindrucksvollste des gesamten Werkes. Gretchen ist gepeinigt von den bösen Geistern während des Begräbnisses ihrer Mutter. Sie flieht und entzieht sich diesem Kreislauf des Bösen durch diesen symbolischen Tod, um Erlösung zu erlangen.

Teil 2

Diese drei neuen Szenen sind ausgefeilter und fussen auf Faust II.  Faust ist die Persönlichkeit im Vordergrund. Dieser zweite Teil stammt aus 1849-1850.

4. Ariel, Sonnenaufgang

Gestärkt durch den Sonnenaufgang stimmt Faust eine Hymne auf die heilende Kraft der Natur an.

5. Mitternacht

Faust trifft die vier "grauen Weiber", Allegorien des Mangel, der Schuld, der Sorge, der Not.

6. Faust's Tod

Im Moment der vermeintlichen Erfüllung seines Traumes kreuzen die Lemuren das Grab Fausts. Faust spricht die schicksalshaften Worte, welche Mefistofele ihm verboten hatte zu verwenden. " Verweile doch, Augenblick, Du bist so schön. " Faust verliert seinen Pakt, aber seine Seele entweicht in höhere Sphären, nur sein Körper liegt zu Füssen Mefistofeles. 

Teil 3

Dieser Teil ist durchgehend komponiert und übernimmt zur Gänze die letzte Szene der Schauspielvorlage. Die Szene setzt sich aus sieben Fragmenten zusammen, welche sich zwischen Himmel und Erde auseinandersetzen und die himmlischen Sphären des Ideal erschliessen, um die Erlösung von Gretchen und Faust zu ermöglichen.

7. Faust's Verklärung

I Chor der Anachoreten
Ein Chor von Hirten besingt in der Stille der Wälder und Berge die Schönheit einer ätherischen Entrückten Landschaft

II Pater Extatictus
Eine visionäre Hymne an die göttliche Liebe und Erkenntnis

III Pater Profundus Pater Seraphicus Die glücklichen Kinder
Dialog der glücklichen Kinder, die den Himmel betreten

IV Die Engel Die glücklichen Kinder
DIe Engel tragen Faust's Seele, welche dank der reinen Kraft der "göttlichen Rosen" gerettet wurde.

V Doctor Marianus er steht für Faust und ruft die Jungfrau, die göttliche Herrscherin der Welt, an.

VI Doctor Marianus, Büsserinnen, Gretchen, die seligen  Knaben, Mater Dolorosa
Doctor Marianus betet für die leidenden Seelen. Eine Gruppe Büssereinnen zieht an der glorreichen Mutter vorbei. Unter ihnen ist auch Gretchen, umgeben von den Seelen der seligen Knaben. Die Jungfrau nimmt am Ende die Seele Fausts auf.

VII Chorus mysticus
Ein grossartiger Chor preist am Ende des Werkes" das ewig Weibliche führt uns nach oben"

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