Carmen - Salzburger Festspiele 2026 - Carmen - Salzburger Festspiele 2026, Gabriela Carrizo

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Xl_avatar © Carmen - Salzburger Festspiele 2026

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Beschreibung

Neuproduktion für die Salzburger Festspiele 2026

Mit ihrem Programm wollen die Salzburger Festspiele 2026 unter anderem die Grenzen zwischen Vernunft und Emotion ausloten. Auf dem Spielplan steht Georges Bizets Carmen in einer Neuproduktion der Regisseurin und Choreografin Gabriela Carrizo (Kompanie Peeping Tom).

In dieser Neuproduktion von Carmen nähert sich Gabriela Carrizo Bizets Oper nicht bloß als einem von berühmten Arien geprägten Leidenschaftsdrama; vielmehr verwandelt sie das Werk in einen Raum der inneren Erkundung – ein Spannungsfeld, in dem Körper, Begehren und verborgene Wunden unter der Oberfläche des Mythos hervortreten. Ganz im Sinne der Ästhetik von Peeping Tom – einer Bühnensprache, die von körperlicher Intensität, visueller Poesie und vielschichtigen Bedeutungen geprägt ist – geht es ihr weniger um die Illustration der Handlung als um die Offenlegung der ihr zugrundeliegenden Kräfte.

Im Zentrum ihrer Interpretation stehen Carmen (gesungen von Asmik Grigorian) und Don José (Jonathan Tetelman): Sie sind nicht bloß zwei Figuren, die im Räderwerk eines romantischen Schicksals gefangen sind, sondern zwei Bewusstseine, die mit widerstreitenden Impulsen, Machtdynamiken und tiefsitzenden persönlichen Brüchen ringen. Carrizo konzentriert sich darauf, das für diese Charaktere Unaussprechliche erfahrbar zu machen: Anziehung als schwindelerregender Taumel, Freiheit als Bedrohung und Bindung als Besitzanspruch. In dieser Vision ist Carmen nicht mehr nur eine Ikone der Unabhängigkeit oder der Verführung; sie wird zu einer schwer fassbaren, sich wandelnden Erscheinung – fast leuchtend in ihrer Weigerung, sich festlegen zu lassen.

Die Inszenierung verspricht zudem, den Horizont des Dramas auf dessen menschlichen und sozialen Kontext zu erweitern. Familiäre Bindungen, die Figur von Don José Mutter, die Präsenz von Micaëla (Kristina Mkhitaryan) – der Verkörperung einer als „respektabel“ geltenden Weiblichkeit – sowie Escamillo (Davide Luciano) mit seiner offensichtlichen Virilität: Keine dieser Figuren behandelt die Regisseurin als bloße Nebenrolle. Vielmehr bilden sie ein Geflecht von Kräften, welche die Protagonisten lenken, einengen oder destabilisieren. Auf diese Weise scheint Gabriela Carrizo *Carmen* aus dem Bereich der romantischen Tragödie hin zu einer Reflexion über das Andere zu verschieben – über jenes, das verstört, anzieht und schließlich das Gleichgewicht kippen lässt. Carrizos Interpretation zielt weniger darauf ab, eine bestimmte Welt nachzubilden, als vielmehr einen Zustand innerer Zerrissenheit zum Ausdruck zu bringen: den von Menschen, die sich selbst kaum wiedererkennen, gefangen im Bann ihrer eigenen Widersprüche. Unter ihrer Regie wird Carmen zu mehr als nur einer freiheitsliebenden Heldin, die einem eifersüchtigen Mann gegenübersteht; sie erscheint als eine Figur der Spannung zwischen Begehren und Angst, zwischen dem Impuls, auf einen anderen zuzugehen, und dem Bedürfnis, ihn zu besitzen. Die Intensität der Inszenierung dürfte ihr musikalisches Pendant in der musikalischen Leitung finden, die dem eigenwilligen Teodor Currentzis und seinem Utopia Orchestra anvertraut ist.

Weitere Informationen sind auf der offiziellen Website des Festivals zu finden.

Spielplan

Sonntag, 26. Juli 2026, 19:00 Uhr

Donnerstag, 30. Juli 2026, 19:00 Uhr

Montag, 03. August 2026, 19:30 Uhr

Samstag, 08. August 2026, 18:30 Uhr

Mittwoch, 12. August 2026, 19:00 Uhr

Samstag, 15. August 2026, 18:30 Uhr

Freitag, 21. August 2026, 19:00 Uhr

Mittwoch, 26. August 2026, 19:00 Uhr

Besetzung

Gabriela Carrizo

Teodor Currentzis

Asmik Grigorian

Kristina Mkhitaryan

Iveta Simonyan

Anita Monserrat

Jonathan Tetelman

Davide Luciano

Matthias Winckhler

Liviu Holender

Mingjie Lei

Michael Arivony

Figuren im Stück

Regisseur

Dirigent

Carmen

Micaela

Frasquita

Mercédès

Don José

Escamillo

Zuniga

Morales

Le Remendado

Le Dancaïre

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