Kolumnen zu folgendem Nina Stemme

Elektra elektrisiert in Wien

Helmut Pitsch

Richard Strauss Elektra Wiener Staatsoper 23.12.25 Elektra elektrisiert in Wien Übermächtig steht der ermordete Vater als zerstörtes Monument im Raum, genauso wie die Rache am Mord des Vaters. So monumental und innig ist die Regiearbeit von Harry Kupfer und das Bühnenbild von Hans Schavernoch aus 1989, daß sie bis heute nichts an Wirkung verloren haben. Zurecht hat die Gunst und Forderung des Publikums diese Inszenierung von Richard Strauss...


Wien: Strauss „Elektra“ wieder als packendes, archaisches Psyc...

Helmut Christian Mayer

Immer noch sehr beeindruckend ist die düstere Inszenierung von Harry Kupfer aus 1989 der „Elektra“ von Richard Strauss, die die vom Publikum ungeliebte Sichtweise von Uwe-Eric Laufenberg aus 2015 wieder ablöste. Immer noch beeindruckend ist dabei das Bühnenbild mit dem unteren sichtbaren Teil der Riesenstatue des Agamemnon, dessen abgeschlagener Kopf auf dem Boden liegt und unter der sich das Psychodrama von Gatten- und Muttermord nach dem kongenialen Text von...


Wagners „Lohengrin“ in Wien: Sängerfest in Lederhosen und Dirndln

Helmut Christian Mayer

  Es ist die letzte Aufführungsserie von Andreas Homokis Interpretation von Richard Wagners „Lohengrin“ an der Wiener Staatsoper. Diese Inszenierung hat das Publikum eigentlich nie so richtig begeistert, denn in seiner Deutung aus 2014 hat er die märchenhafte, romantische Geschichte vom Schwanenritter kurzerhand vom flachen Brabant in ein ländliches Bergdorf des 19. Jahrhunderts,irgendwo in Bayern platziert. In einem hässlichen Holzkasten, er soll...


Wagners "Tristan und Isolde": Wenn die Nacht der Liebe nur mus...

Helmut Christian Mayer

Andreas Schager ist ein Phänomen. Der österreichische Heldentenor schont sich bei der Wiederaufnahme von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Wiener Staatsoper als Tristan von Anfang an nie und kann trotzdem auch noch seine Fieberträume im letzten Akt dieser im wahrsten Sinne mörderische Partie nach kraftvoll und mit scheints unerschöpflicher Energie und Kondition hörbar machen. Nur im zweiten Akt schwächelt er ganz minimal. Aber alle...


Strauss „Elektra“ in Wien: Packendes, archaisches Psychodrama

Helmut Christian Mayer

Das Aufatmen war groß und geradezu stark hörbar, als 2020 der Direktor der Wiener Staatsoper Bogdan Roscic am Beginn seiner Amtszeit verkündigte, bei Richard Strauss „Elektra“ wieder zur Inszenierung von Harry Kupfer aus dem Jahr 1989 zurückzukehren. Sie löste nun die ungeliebte, bei der Premiere 2015 heftig ausgebuhte Sichtweise von Uwe-Eric Laufenberg ab, die ja bekanntlich im „Kohlenkeller“ spielte und einen Pater-Noster-Lift...


Wagners „Götterdämmerung“ an der Wiener Staatsoper: Endzeitlic...

Helmut Christian Mayer

Gigantisch ist er schon, der rotglühende Feuersturm. In dessen ringförmigen Auge steht Wotan mit seinem zerbrochenen Speer. Ein wilder Wasserstrudel stürzt herein und scheint alles mitzureißen und zu vernichten, bevor auf der leeren Bühne ein junges, halbnacktes, eng umschlungenes Menschenpaar als Symbol eines zukunftsvollen Hoffnungsschimmers erscheint: So lässt Sven-Eric Bechtolf die „Götterdämmerung“ von Richard Wagner an der Wiener...