Kolumnen zu folgendem Kristina Mkhitaryan

Massenets "Manon" in Wien: Reiches französisches Parfum

Helmut Christian Mayer

„Je suis seul…“: Es ist wohl die bekannteste Arie des Chevaliers des Grieux, mit der er allein gelassen im Kloster seine Einsamkeit besingt. Benjamin Bernheim singt nicht nur sie, sondern seinen gesamten Part bei seinem Rollendebüt bei der Wiederaufnahme von Jules Massenets „Manon“ an der Wiener Staatsoper mit butterweichem, betörendem, stilsicherem Tenor, reich an französischem Parfum sowie allen ungefährdeten Höhen. Aber auch als...


Massenets „Manon“ in Wien: Sängerisch reiches französisches Pa...

Helmut Christian Mayer

In der Wiederaufnahme der Inszenierung aus 2007 von Jules Massenets Oper „Manon“ an der Wiener Staatsoper verlegt Andrei Serban die Geschichte nach dem Buch vom Abbe Prevost aus dem 18. Jahrhundert ins Paris der Zwischenkriegszeit und zeigt ein dunkles Gangsterepos teils im Rotlichtmilieu, in dem immer wieder mit Pistolen herumgefuchtelt wird und sonnenbebrillte Typen auftauchen. In einer dunklen, nicht besonders ansprechenden Kulisse mit billig wirkender Ausstattung (Peter...


Bizets „Carmen“ an der Wiener Staatsoper: Musikalische Mittelm...

Helmut Christian Mayer

Vittorio Grigolo ist angesagt und die Wiener Staatsoper ist ausverkauft. Diesmal als Don José in Georges Bizets „Carmen“: Stimmlich in ausgezeichneter Verfassung und mit hoher Strahlkraft ausgestattet. Manchmal neigt er jedoch zu einigen manieriert wirkenden Eigenwilligkeiten, was Tempo und Dynamik betrifft. Auch seine Gestik wirkt teils überzogen. Überzeugend packend ist der italienische Tenor in der Schlussszene. Ihm zur Seite Vasilisa Berzhanskaya: Sie singt...


Puccinis „Turandot“ an der Wiener Staatsoper: Kühles, schmuckl...

Helmut Christian Mayer

Unpersönlich, kühl und kaum ausgestattet wirkt die Bühne, eigentlich wie ein karger Warteraum mit Stühlen einer straff organisierten, staatlichen Behörde. Wie Marionetten in altvaterischen grünen Uniformen (Kostüme: Ursula Kudrna) eilen Beamte, alle mit roten Haaren und dem gleichen Haarschnitt ausgestattet, in eckigen Bewegungen wie Roboter herum (Bühne: Etienne Pluss). Alles wird minutiös in Aktenordnern dokumentiert auch die Exekutionen: So...