Die Oper im Lockdown in der Provence

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Viele international engagierte Künstler sind fernab ihrer Heimat, Ihrer Familien und Freunde von Covid 19 überrascht und festgehalten worden. So auch Sara Hershkowitz, die mitten in den Proben zu Thomas Adès “Powder your Face” am Grand Théâtre in Tours im März im Lockdown gestrandet ist. Zur Zeit lebt sie in einem Haus von Freunden in der Provence.

Opera Online hatte Gelegenheit, mit der aus Los Angeles stammenden Sopranistin zu sprechen. Sara Hershkowitz hat ihren Lebensmittelpunkt in Berlin und wurde bereits zweimal als Sängerin des Jahres bei Opernwelt nominiert.

Opera Online: Die Provence ist ein Sehnsuchtsort für viele Franzosen und internationale Touristen - wie fühlen Sie sich in Ihrem verlängerten Lockdown?

Sara Hershkowitz: Ich fühle mich außerordentlich glücklich, in diesem provencalischen Paradies gelandet zu sein - in einer Zeit, die sich wie Armageddon anfühlt. Ich bin von den Menschen hier sehr warmherzig aufgenommen worden, dafür bin ich sehr dankbar. Es scheint, als ob uns dieser schreckliche Augenblick in unserem Leben, der von soviel Unsicherheit gezeichnet  ist, die Erkenntnis gibt, dass wir alle aufeinander angewiesen sind. Aber nicht arbeiten zu können, und mit dieser großen Ungewissheit zu leben, was die Zukunft betrifft , bringt natürlich eine Belastung mit sich. 

Opera Online:  Was vermissen Sie am meisten?

Sara Hershkowitz: Ich vermisse meine Freunde, meine Familie, meinen Hund, Berührungen, das Musizieren mit lebenden Menschen und das optimistische Gefühl, dass es in dieser Welt Erwachsene gibt, die alles unter Kontrolle haben und dafür sorgen, dass alles wieder gut wird. Ich vermisse besonders ein Gefühl des Vertrauens in meine eigene Regierung.

Opera Online:  Wie kamen Sie zum Gesang als Leidenschaft und Berufung?

Sara Hershkowitz: Als Kind war ich sehr introvertiert, las Bücher, spielte mit Tieren, habe Geschichten geschrieben. In der Pubertät entdeckte ich beim Chorsingen zufällig meine Stimme. Sie reichte ungewöhnlich hoch hinauf, so dass die Chorleiterin und meine gleichaltrigen Freunde vor Begeisterung jubelten – es war die einschneidende Erfahrung meines Lebens, sozusagen die Einstiegsdroge. Ich wusste, auf irgend eine Weise, dass Singen mein Leben und mein Leben Singen sein wird. Ich hatte keine Ahnung, wie das aussehen würde, oder ob ich damit überhaupt irgend einen Erfolg haben würde. Alles was ich wirklich wusste war, dass ich singen würde!

Opera Online: Wie reagierten ihre Eltern auf diese Entwicklung

Sara Hershkowitz:  Zuerst dachten meine Eltern, dass Singen nur eine weitere Phase wäre: wie Malen oder Gymnastik oder Karate oder Töpfern. Doch dann gewann ich  Gesangswettbewerbe für Teenager und der Chorlehrer überzeugte meine Eltern, mir Gesangsunterricht zu geben. Ich war kein super akademisch begabtes Kind und ich denke, alle waren begeistert, dass ich etwas gefunden hatte, in dem ich wirklich gut war. Und meine Eltern gaben mir den großen Segen ihrer Unterstützung.

Opera Online:  Gab es von vorne herein den Wunsch klassische Musik zu singen?

Sara Hershkowitz: Nein, gar nicht. Meine erste große musikalische Liebe war Folk Music. Mit 12 Jahren habe ich angefangen, Gitarre zu spielen und sang Joni Mitchell, Bob Dylan, Tom Waits und Bonnie Raitt-Songs. Ich spielte und sang auf dem Venice Boardwalk mit einem Hut für Trinkgelder. Erst der Besuch einer Don Giovanni Aufführung in der Oper von Los Angeles mit 14 Jahren hat mich umgehauen. Ich rannte danach in alle erreichbaren Bibliotheken, um Schallplatten von der Callas und Caballé zu hören. Ich fuhr dann mit dem Fahrrad jeden Tag durch halb Los Angeles, um eine High School zu besuchen, an der ich für meine Laufbahn als zukünftige Opernsängerin Italienisch lernen konnte. Mit Oper hatte ich das Gefühl, endlich etwas gefunden zu haben, das alle Teile meiner Identität enthält - oder zumindest, wer ich werden wollte: Schauspielerin, Musikerin, Psychologin, Historikerin, Linguistin, Heilerin. 

Opera Online: Wie kam es zur Entscheidung nach New York und schließlich nach Berlin zu gehen?

Sara Hershkowitz: Mit 18 bin ich nach New York gezogen, um an der Manhattan School of Music Gesang zu studieren, mit 23 bin ich dann nach Berlin umgesiedelt. Das war schon eine  große Überraschung, mir war nie in den Sinn gekommen, ausgerechnet nach Deutschland zu ziehen.  Aber ich bin dorthin gezogen, weil mein Lehrer in New York mir sagte, Deutschland sei das Zentrum der Opernwelt. Ich hatte immer eine große Liebe für Frankreich, Italien und Spanien, hatte aber überhaupt keine Vorstellung von Deutschland. Sicherlich zum Teil wegen der Geschichte des 3. Reiches und die Konsequenzen für meine Familie, aber ich hatte keine Angst - Deutschland war nur eine Lücke in meinem Kopf. Aber ehrlich gesagt wäre ich nach Sibirien gezogen, wenn das bedeutet hätte, dass ich Sängerin werden würde.  Die erste Zeit war geprägt durch erste Auftritte, wo immer sich die Gelegenheit bot, Deutsch lernen und intensives Stimmstudium.

Opera Online: Es gab dann aber auch ein Festengagement, eine neue Heimat gewissermaßen?

Sara Hershkowitz: Ja, mir wurde ein Festengagement am Theater Bremen angeboten, und das war meine Feuertaufe: in rascher Folge studierte ich wichtige Rollen mit großer stilistischer Spannweite: u.a. Adele in Fledermaus, Donna Anna in Don Giovanni, Gepopo in Ligetis Le Grand Macabre und Sophie in Der Rosenkavalier. Wer mit der Bremer Dramaturgie vertraut ist, weiß zudem, dass die Produktionen immer auch mit einem kreativ-fordernden, für die Sänger oft auch körperlich anspruchsvollen Regiekonzept auf die Bühnen kommen. Es waren vier anstrengende, kreative, fordernde und erfüllende Jahre, die mir die Basis für meine Rolle als Bühnenkünstlerin gegeben haben.

Opera Online: Sie haben einige Jahre auch sehr erfolgreich die Königin der Nacht in vielen Opernhäusern gesungen. Der Alltag einer von Stadt zu Stadt reisenden Solistin ist nicht immer leicht…

Sara Hershkowitz: Meine erste Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte habe ich mit 25 Jahren gesungen. Eine kleine Notlüge hat geholfen: beim ersten Theater behauptete ich, dass ich mit der Partie schon auf der Bühne gestanden hätte. Die Wahrheit war, dass ich die Partie nur unter der Dusche gesungen hatte. 

78 mal habe ich die Rolle dann über die folgenden Jahre in vielen Städten, vor allem in Deutschland auf der Bühne dargestellt. Der Arbeitsalltag einer gastierenden Opernsängerin ist oft ernüchternd. Man fährt in eine fremde Stadt, die Perspektive bleibt beschränkt auf Bahnhof und Hotel. Die Königin bleibt in jeder Produktion ziemlich isoliert, weil diese Figur der Handlung entrückt ist und mit den anderen Charakteren und Handlungselementen unverbunden bleibt. Für die Besetzung wird oft eine externe Sängerin gesucht, die das Hausensemble ergänzt und die hohen, halsbrecherischen Koloraturen meistern kann. In vielerlei Hinsicht kann es eine sehr einsame Erfahrung sein, die Rolle der Königin der Nacht zu singen. In meinen frühen Tagen als Königin habe ich am Tag zuvor nie Freunde getroffen oder telefoniert. Ich war so darauf konzentriert, dass diese hohen Töne perfekt sind. Und danach war ich so erschöpft von Adrenalin und Anstrengung, dass ich normalerweise einfach zurück ins Hotel ging und schlief.

Opera Online: Kann man sich auf diese Situation bei einer Solistenlaufbahn vorbereiten, hat niemand zuvor davon gesprochen?

Sara Hershkowitz: Theoretisch hätte ich vorbereitet sein müssen, denn im Beratungsgespräch für junge Künstler wurde über die Einsamkeit im Gastspielbetrieb gesprochen. Aber natürlich habe ich mit 18 Jahren nichts davon hören wollen. Die Welt wollte ich erobern, habe einfach nicht hingehört. Und niemand kann einen wirklich auf diese Situation vorbereiten. Für viele reisende Künstler-Kollegen – auch insbesondere mit Familien - ist dieses Thema eine große Belastung und provoziert nicht selten die Sinnfrage: warum mache ich das? Dass diese Situation auch zu einer Sublimierung und Steigerung der künstlerischen Intensität führen kann, stimmt natürlich auch. Ich selbst war schon seit meiner Kindheit ein eher introvertierter Mensch und kann deshalb mit dieser Situation meistens relativ gut umgehen, aber selbst für mich ist dies oft eine Herausforderung.

Opera Online: Irgendwann wollten Sie dann also keine Königin der Nacht mehr singen?

Sara Hershkowitz: Die Rolle der Königin war ein wunderbarer Anfang meiner Reise als Sängerin, und ich werde ihr immer dankbar sein.  Glücklicherweise fallen mir die wirkliche hohen Töne leicht und ich singe gerne Rollen wie Zerbinetta, Lulu und Gepopo. Ich singe immer noch hohe Fs in modernen Stücken. Natürlich gibt es Sängerinnen, die die Königin spielen, und großartige Rollen wie Gilda, Violetta und Lucia angeboten bekommen. Aber mein Gefühl sagte mir, dass ich die Königin in den Ruhestand schicken musste, um die Art von Projekten angeboten zu bekommen, von denen ich geträumt hatte. Und meine Vermutung war richtig - als ich es wagte, die Königin aufzugeben, bekam ich Angebote für ein Repertoire, das mir sehr viel mehr liegt: neue Musik, geistliche Musik, französisches Repertoire, Barockmusik usw.

Opera Online: In den letzten Jahren waren Sie zunehmend als Spezialistin für Neue Musik gefragt. In Basel haben Sie die Rolle von Clare Claremont in “Diodati - Unendlich” geschaffen. In Luigi Nonos “Al Gran Sole Carico D’Amore” sangen sie den ersten Sopran. Ausserdem waren sie mit den Los Angeles Philharmonikern in John Cages “Europera”, sowie in Unsuk Chin's “Acrostic Wordplay” in Bergen zu hören. Man kennt sie derzeit aber wohl am besten für eine brillant kontroverse Inszenierung von Ligetis “Mysteries of the Macabre”. Darin treten Sie als Donald Trump auf. Wie kam es dazu?

Sara Hershkowitz: Es ist interessant, ich hatte nie die Absicht, “Spezialistin” zu werden, und ich lehne dieses Label auch in gewissem Sinne ab, obwohl ich Neue Musik liebe und dankbar dafür bin, dass die Neue Musikwelt meine Stimme so herzlich aufgenommen hat. Die Wahrheit ist, dass ich die Freiheit der Neuen Musik  liebe. Im Herzen bin ich ein bisschen eine Draufgängerin und ich neige dazu, Dinge zu singen, die riskant sind. Ich liebe es, als allererste Sängerin ein neues Stück zu singen und zu wissen, dass die Ohren des Publikums meine Interpretation nicht mit 15 verschiedenen Aufnahmen vergleichen, die sie bereits gehört haben.

Aber Neue Musik ist nur ein Teil meiner musikalischen Identität. Es ist mir sehr wichtig, weiterhin Händel, Mozart, Belcanto, Kurt Weill, jiddisches Kabarett und Klezmer sowie Folk Music zu singen. Was den Ligeti betrifft: Ich wurde 2016 gebeten, eine Version von “Mysteries”aufzuführen, und ich sollte sie „provokativ machen“. Ligeti selbst war eine enorm politische Person, radikal und “Le Grand Macabre” verspottet alle heiligen Kühe unserer Gesellschaft, einschließlich der traditionellen Oper. Gepopo, ein Mitglied der Geheimpolizei mit hoher Koloratur, kommt auf die Bühne, um Angst und Hysterie in einer Art kindlichem, dada-artigem Unsinnsgespräch mit den Massen zu predigen. Mir war sofort klar, dass ich die Rolle in der Person von Donald Trump singen würde. Ich kaufte also einen Fettanzug und trug orangefarbene Gesichtsfarbe auf. Das war in den Niederlanden. Wir haben dies vor 15.000 Zuschauern aufgeführt. Viele Leute haben mich davor gewarnt -  viele sind der Ansicht, dass in der klassischen Musik alles Politische vermieden werden sollte. Ich sehe das anders. Politik kann niemals vom Leben oder von der Kunst getrennt sein. Wir Künstler müssen menschlicher sein als andere, nicht weniger menschlich. Meine Aufgabe als Künstler ist es, der Kultur einen Spiegel vorzuhalten. Es schockiert mich noch immer wie viele Menschen das Konzept der Satire nicht verstehen. Ich habe in gleichen Teilen anerkennende Briefe und Hass-Mails für dieses Projekt bekommen. Am Ende war ich zufrieden. Es wäre nur gescheitert, wenn es überhaupt keine Reaktion hervorgerufen hätte.

Opera Online:  Es gab außerdem zu Beginn dieses Jahres ein spannendes Projekt in Wien. Zusammen mit Elisabeth Leonskaja sind Sie gewissermaßen auf die Spurensuche Ihrer eigenen Familienchronik gegangen?

Sara Hershkowitz: Ja, der Neffe meines Urgroßvaters war unseres Wissens der einzige Musiker in unserer Familie. Seine Geburtsurkunde ist verloren, so dass die familiäre Verbindung gewissermaßen nicht amtlich nachgewiesen werden kann. Philip Hershkowitz wurde 1906 in Rumänien geboren und lebte zeitweise in Wien. 1939 musste er vor den Nazis fliehen und gelangte schließlich nach Moskau, wo er ebenfalls auf der politisch falschen Seite lebte und zu Lebzeiten nie aufgeführt wurde. Er hielt sich mit Privatstunden über Wasser. Er war Alban Berg und Anton Webern sehr nahe und war einflussreicher Lehrer für eine ganze Garde bedeutender russischer Komponisten und Musiker. Unter ihnen Edison Denisov, Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina, auch Elisabeth Leonskaja.

Zusammen mit Elisabeth Leonskaja konnte ich nun im Januar in Wien eine Veranstaltung kreieren, die seiner Rolle in der Musikgeschichte und seinem Leben gerecht wurde. Ich hatte dabei auch die Gelegenheit, zur Vorbereitung viele Originaldokumente vor Ort zu studieren. Das Projekt entstand in Kooperation mit Exil.arte

Opera Online: Gibt es andere nachhaltige Entwicklungslinien, die sich abzeichnen und die Sie unbedingt in den nächsten Jahren weiterverfolgen wollen?

Sara Hershkowitz: Vor Covid-19, war ich in Gesprächen mit einer Oper in Deutschland über meine erste Lulu von Alban Berg. Ich glaube, dass ich geboren bin, die Rolle der Lulu zu singen. Das ist natürlich jetzt alles in der Warteschleife, aber Daumen drücken, dass es doch noch klappt. 

Andere Rollen, auf die ich hoffe, sind Violetta in La Traviata, Lucia di Lammermoor und die drei Donizetti Queens, Mary Stuarda, Anna Bolena und Roberto Devereux. 2020 sollte wirklich die aufregendste Saison meiner Karriere werden: Ich sollte in Hannover meine erste Cleopatra singen, sowie Esa-Pekka Salonens “Fünf Bilder nach Sappho”mit der  London Philharmonie, eine Tournee durch Japan mit Beethovens 9. Symphonie und die Rolle der Magd in Thomas Ades “Powder her Face”

Was die Oper angeht, schweben wir in diesen seltsamen Tagen natürlich alle in einem Vakuum. Werde ich jemals wieder in einer vollen Oper, in einem Opernhaus singen können, oder werden es in den nächsten fünf Jahren Gartenkonzerte im Freien mit maximal vier Musikern sein? Keiner von uns weiß es. An manchen Tagen trifft mich die Traurigkeit über das, was wir verloren haben, hart. Aber an den meisten Tagen bin ich hoffnungsvoll. Ich habe sowieso lange geglaubt, dass sich die Oper auf innovativere, nicht so traditionelle Weise präsentieren sollte. Wir Menschen sind erfinderisch und anpassungsfähig. Es ist unmöglich, ohne Musik zu leben, und wir werden einen Weg finden.

Opera Online: Wie haben Sie die Tage im “Lockdown” in Frankreich verbracht?

Sara Hershkowitz: Ich verbringe meine Tage damit, zu schreiben. Ich war schon immer auch Autorin. Ich schreibe einen zweiwöchentlichen Blog für das LA Jewish Journal, eine Zeitung in Los Angeles. Aber hauptsächlich habe ich an einem Manuskript gearbeitet. Es wird entweder ein “Ein-Frauen-Stück” oder eine Sammlung von Essays werden. Singen und Schreiben haben etwas wunderbar Ausgleichendes. Viele Jahre lang dachte ich nicht, dass ich beides tun kann und so habe ich die Schriftstellerin Sara Hershkowitz vor mir selbst versteckt und mich auf die Sängerin konzentriert. Jetzt habe ich entdeckt, dass sich diese beiden Seiten meiner Person tatsächlich ergänzen. Das eine Medium ergänzt und befruchtet das andere. Eigene Inhalte zu kreieren ist zudem etwas sehr Befreiendes. 

Opera Online: Welche besonderen Perspektiven und Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Sara Hershkowitz: Ich hatte immer das Gefühl, dass es Teil meiner Berufung ist, diese wunderbare Kunstform in eine neue Ära zu begleiten. Die Auffassung, dass die Oper eine elitäre Kunstform für alte, reiche Leute ist, ist ja nach wie vor äußerst verbreitet. Ich sehe es als unsere Pflicht an, dies zu ändern. Ich würde mir viel mehr Öffentlichkeitsarbeit in den Schulen wünschen.  Und Musik-Erziehung für Schulkinder mit niedrigerem Einkommen. Ich wünsche mir mehr Frauen und Afro-Amerikaner auf der Bühne und hinter den Kulissen. 

Ich wünsche, dass weniger Wert auf Produktion und Verpackung gelegt würde und viel mehr Wert auf die Stimme, die Musikalität und die schauspielerischen Fähigkeiten eines Sängers. Ich würde gerne sehen, dass Opernhäuser wahre Verbündete für Künstler werden. Und natürlich sollten die Opernhäuser eine ganz klare Position beziehen - gegen sexuelle Übergriffe und Rassismus. Die veralteten Strukturen in der Welt bröckeln. Wir sehen, dass Männer für den Missbrauch ihrer Macht zur Verantwortung gezogene werden. Die klassische Musikindustrie muss das Gleiche tun, egal wie schmerzhaft das auch sein mag, sonst landet sie direkt auf der falschen Seite der Geschichte. 

Achim Dombrowski

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